Die Telekom, Spitzeleien und kein Ende = Willkommen im Lande Telekomgate

Wer heute noch glaubt, das ehemalige Staatsunternehmen würde kein stinkender Misthaufen sein, der kann sich inzwischen gut und gerne an Kopf werfen lassen, dass er fern jeglicher Realität lebt. Die ausspionierten Telefonverbindungen zwischen Mitarbeitern der Telekom und Journalisten waren bei weitem nicht die Spitze des Eisbergs, wie man heute weiß – sie waren erst der Anfang.

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Was das „Handelsblatt“ nun, wohl aus zuverlässiger Quelle, zu berichten weiß, haut dem Faß der Bespitzelung endgültig den Boden heraus. Während bei Lidl bemängelt wurde, dass die Mitarbeiter gefilmt wurden und nur kontrolliert zur Toilette durften, falls sie überhaupt eine Pause bekamen dafür, ging es bei der Telekom noch viel tiefer.

Laut Akten der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Sachen Telekomgate, die der Wirtschafts- und Finanzzeitung vorliegen sollen, soll die Konzernsicherheit des Telefonnetz-Betreibers viele Jahre lang Aufträge vergeben haben, um die Konten von Telekommitarbeitern, deren Angehörigen sowie die Konten von Dritten zu durchleuchten. Betroffen von der Bespitzelung sollen Konten der Postbank, der Deutschen Bank, der Hypo-Vereinsbank sowie einiger ausländischer Geldinstitute sein.

Da mag einem richtig schlecht werden zu Beginn einer neuen Woche. Allein der Gedanke: Ich bin Mitarbeiter eines Konzerns, dürfen die nun an alle meine Daten gelangen, kann einem sehr Angst machen. Doch so sehr auch von so manchen schon lange Orwells 1984 in der Welt der Verschwörungstheorien verkündet mag, wir sind noch lange keine (ganz) gläsernen Menschen. Eine Beschaffung solcher Transaktionsdaten geschieht in unserem Lande nicht auf legalem Wege, was auch die Dienste der Argen GmbH in ein noch dunkleres Licht als bisher taucht. Der Spitzeldienst, der sowohl für die Deutsche Bahn als auch für die Telekom tätig war, muss sich, auf welche Art und Weise auch immer, Zugang zu diesen Daten verschafft habe. Hier wird es nun nicht nur Ricke und Zumwinkel an den Kragen gehen müssen, sondern auch den Bankmitarbeitern, die den Zugriff auf die sonst geschützten Kontodaten erst möglich gemacht haben.

Und jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wann sich der nächste Skandal bei der Deutschen Bahn AG auftut. Denn schließlich ist das eine ehemalige Staatsunternehmen wie auch das andere inzwischen dafür bekannt, es mit den Daten seiner Mitarbeiter nicht allzu genau zu nehmen. Deutschland im Jahre 2009 – Wir sagen Gute Nacht zum Datenschutz!