Tagesgeld und Kredite: Nach der Leitzinssenkung ist vor dem neuen Zinsrutsch?

Gestern hat der Rat der Europäischen Zentralbank die Entscheidung getroffen, den Hauptrefinanzierungssatz für die Banken in der Eurozone, den Leitzins, von bislang 0,75 Prozent auf eines neues historisches Tief von nunmehr 0,50 Prozent zu senken. Während Kreditnehmer möglicherweise durch leicht niedrigere Zinsen für Kredite profitieren könnten, sieht dies beim Tagesgeld anders aus.

Der Leitzins ist die Orientierungsmarke für die Höhe der Zinsen von Spareinlagen wie Tagesgeld und Festgeld und auch für Kredite. Während die Dispozinsen trotz niedrigen Leitzinssatzes in den vergangenen Monaten nur wenig nachgegeben haben, sind zumindest die Zinsen für Ratenkredite gesunken. Ebenfalls gesunken, wenn auch deutlicher, sind die Zinsen für Tagesgeldkonten und Festgelder, in beiden Bereichen gibt es inzwischen kaum mehr Luft nach unten, wenn den Banken hierzulande die Sparer nicht noch ganz weglaufen sollten.

Wie weit die Zinsen für Tagesgeld und Festgeldanlagen noch nach unten gehen, kann derzeit schwer gesagt werden. Bereits jetzt sind die Zinsen so weit gesunken, dass Kredite inzwischen mehr Zulauf haben als Sparkonten und die Sparneigung in Deutschland mittlerweile gesunken ist, wie auch die GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für April 2013 zeigt, die kürzlich von dem Marktforschungsinstitut veröffentlicht wurde. Es ist jedoch zu vermuten, dass im Laufe der kommenden Monate ein weiterer Zinsrutsch beim Tagesgeld und auch beim Festgeld kommen dürfte, es sei denn, die Banken wenden noch rechtzeitig das Blatt und entscheiden sich dafür, ihren Kunden nicht nur noch mickrige Zinsen für deren Spareinlagen zu geben.

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