Bankenverband gibt Stellungnahme zur EZB-Zinssenkung ab

Die einen sehen in der Leitzinssenkung durch die EZB eine große Gefahr, die anderen sehen darin die Möglichkeit, die von der Rezession geschüttelte Eurozone und damit zugleich den Euro zu stabilisieren. Auch der Bankenverband gab Stellungnahme zur EZB-Zinssenkung ab, glaubt an Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in der Währungsunion, sieht aber kaum Auswirkungen auf die Vergabe von Krediten durch die Banken.

„Bankenverband zur EZB-Zinssenkung

„Die heutige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank ist eine Reaktion auf die anhaltend trüben Konjunkturperspektiven im Euro-Raum sowie den nachlassenden Preisauftrieb“, erklärte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der Rezession, in der der Euro-Raum insgesamt feststeckt, wird die Inflationsrate im Jahresverlauf unter der mittelfristigen Zielmarke der EZB von knapp 2 % bleiben“, ergänzte Kemmer. Deflationsgefahren seien allerdings überzogen. Vielmehr gehe der Bankenverband davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im Euro-Raum in den kommenden Monaten stabilisiere.

„Mit Blick auf das ohnehin schon extrem niedrige Zinsniveaus wird der heutige Zinsschritt – wenn überhaupt – nur äußerst geringe Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Kreditvergabe der Banken haben“, glaubte Kemmer. Die hohen Kreditzinsen für kleine und mittlere Unternehmen in einigen Euro-Staaten könnten jedenfalls nicht mit der heutigen Zinssenkung behoben werden. Hier seien aber nicht nur Reformen in der Wirtschaft und im Bankensektor erforderlich. Genauso wichtig sei es, dass die Regierungen die dringende Notwendigkeit dieser Reformen der Bevölkerung überzeugend erläutern und vermitteln. Das „Schwarzer-Peter-Spiel“ der letzten Jahre sei hingegen ebenso schädlich, wie die populäre Illusion, der Staat müsse nur Geld ausgeben, damit die Wirtschaft wieder wachse.

Kemmer hält es für richtig, dass die EZB ihren Einlagezins unverändert bei Null gelassen hat. „Mit einem negativen Einlagezins – also einer Gebühr für das Halten von Liquidität bei der EZB – hätte sich die Notenbank auf ein sehr schwieriges und ungewisses Terrain begeben. „Negative Zinsen wären keine gute Maßnahme, um Erwartungen zu stabilisieren und die Investitionsneigung zu erhöhen“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.“

Quelle Pressemitteilung: Bundesverband deutscher Banken, BdB

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