Stellungnahme des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zur Riester Rente

Die Diskussionswellen kochen hoch im Moment, wenn es um die Riester Rente geht. „Schuld“ daran trägt unter anderem ein Gutachten der Universität Bamberg, in dem es um die Kostenfrage und die Kostenangabe bei der Riester Rente geht. In diesem Gutachten wird auch darlegt, dass bei Riester Verträgen die Kosten oftmals die staatliche Förderung regelrecht auffressen. Heute hat des halb der GDV öffentlich dazu Stellung bezogen:

„Kommentar zur Diskussion um die Riester-Rente
 
In den vergangenen Tagen wurde intensiv über die Riester-Rente berichtet – häufig, dass sie sich nicht lohne, da die staatliche Förderung durch die Kosten aufgezehrt würde. Dieses Urteil ist eindeutig unzutreffend. Angesichts der sozialpolitischen Bedeutung und dringenden Notwendigkeit einer zusätzlichen geförderten Altersvorsorge wäre es sehr bedauerlich, wenn Leser deswegen vor der Zusatzvorsorge zurückschrecken.
 
Zunächst ist es so, dass auch ungeförderte Verträge Kosten aufweisen. Die Förderung führt entsprechend in allen Fällen dazu, dass sich ein Kunde mit einer geförderten Riester-Rente besser stellt als mit einem ungeförderten Vertrag. Auch Vorsorgeexperten von der Zeitschrift Finanztest weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich die Riester-Rente generell für jeden lohne. Gerade klassische Riester-Rentenversicherungen, für die zu hohe Kosten behauptet  werden, haben tatsächlich – betrachtet über die gesamte Vertragslaufzeit – im Vergleich zu anderen Riesterprodukten die geringsten Kosten.

Wichtig bei der Analyse der Wirkung der Riester-Förderung ist es, neben der staatlichen Zulage auch die zusätzlichen Steuervorteile zu beachten. So springen Analysen zu kurz, die etwa bei einem gutverdienenden Single nur die Grundzulage von 154 € beachten. Bei einem Beitrag von 2.100 € ergibt sich so nur eine Zulagenquote  von etwa 7,3 Prozent.

Leider bleibt die steuerliche Förderung in den meisten Berichten unbeachtet, obwohl sie für viele Kunden maßgeblich für die Rentabilität der späteren Riester-Rentenleistung ist. Einschließlich Sonderausgabenabzug liegt die Förderquote aber auch in seinem Fall bei 44 Prozent. Bei Geringverdienern und Familien mit Kindern liegen je nach Einkommen allein die Zulagenquoten bei bis zu 75 Prozent bzw. 92 Prozent. Für die Frage, lohnt die Riester-Rente, muss immer die gesamte staatliche Förderung berücksichtigt werden. Wenn sich die Menschen wegen der regelmäßig wiederholten unzutreffenden Kritik gegen eine Altersvorsorge mit Riester entscheiden, verzichten sie letztlich auf einen hohen zusätzlichen Rentenbetrag, auf den sie im Alter angewiesen sein werden.

Der bisherige Verlauf der Verbreitung der Riester-Verträge kann als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Innerhalb von acht Jahren ist es gelungen, etwa die Hälfte aller Förderberechtigen zu erreichen – zu einem Großteil Menschen mit geringem bis mittleren Einkommen, wie eine Auswertung der zentralen Zulagenstelle nachweist (s. Anhang). Die Altersverteilung belegt ein Engagement besonders derjenigen, die von der Rentenniveauabsenkung nachhaltig betroffen sein werden.“

Quelle: GDV