Notgroschen in Zeiten hoher Inflation zurücklegen

Die Preise für Gas und Strom steigen weiter drastisch an. Auch für Lebensmittel muss immer mehr gezahlt werden. Und ein Ende der Preiserhöhungen ist bei Weitem noch nicht in Sicht. Die Gasumlage wird uns alle teuer zu stehen kommen. Und die Dürre, die Lieferkettenprobleme und der Krieg werden die Preise für Nahrungsmittel weiter in die Höhe steigen lassen. Gerade deshalb ist es so wichtig, an den Notgroschen zu denken. Und diesen nicht, mangels finanzieller Möglichkeiten, weit weg von sich zu schieben.

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Nur mit dem berühmten Notgroschen lässt sich am Ende so manche Krise überstehen. Auch wenn es bedeutet, in Zeiten, in denen man finanziell sowieso schon recht klamm ist, den Gürtel noch enger schnallen zu müssen. Am Ende aber zahlt sich genau das irgendwann aus.

Notgroschen für Sonderausgaben zurücklegen

Es ist wichtig, Geld zurückzulegen, um es dann zu haben, wenn Sonderausgaben ins Haus flattern. Das kann die Nachzahlung für Gas und Strom sein. Dies können notwendige Reparaturen oder eine kaputte Waschmaschine sein.

Nun ist es nicht gerade einfach, in Zeiten einer so hohen Inflation, auch noch ein paar Euro auf die Seite zu legen. Doch gerade dann ist es besonders wichtig. Weil das, was nicht rechtzeitig als Notgroschen beiseite wurde, fällt dann im normalen monatlichen Haushaltsbudget. Und wer einmal eine kaputte Waschmaschine hatte, die dringend ersetzt werden musste, der weiß, wie tief so etwas ein Loch reißt in den eigenen Geldbeutel.

Verständlich ist, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, mehrere hundert Euro im Monat beiseite zu legen. Immer mehr Verbraucher schaffen nicht mal, 100 Euro monatlich auf die hohe Kante zu legen und zu sparen. Doch wer einen Notgroschen für Sonderausgaben zurücklegen möchte, der kann auch ganz klein anfangen. Denn 10 Euro im Monat beiseite gelegt, bringen am Ende des Jahres einen Betrag von 120 Euro, die zumindest eine kleine Rücklage darstellen.

Geld zurücklegen für die hohen Nachzahlungen

Angesichts der steigenden Energiepreise drohen uns allen im kommenden Jahr dramatisch hohe Nachzahlungen für Gas, Strom und Heizung. Nur wirklich gutverdienende Haushalte werden dies in einem Betrag stemmen können. Bei den meisten Verbrauchern hingegen wird das ein riesengroßes Loch in die Finanzen reißen.

Umso wichtiger ist es deshalb, bereits jetzt Geld zurückzulegen für die hohen Nachzahlungen für Gas und Strom, um diese dann auch bezahlen zu können.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Es wird monatlich zumindest ein kleiner Geldbetrag zurückgelegt, z. B. auf einem Tagesgeldkonto oder als Bargeld.
  • Oder es wird eine freiwillige Erhöhung der Abschlagszahlungen vorgenommen. Je nach Vertrag, ob über den Vermieter oder Direktvertrag mit den Energieversorgern, erfolgt dies auf einem anderen Weg.

Wichtig ist nur, dass auf jeden Fall Geld dafür zurückgelegt wird. Für den Betrag, der dann am Ende nicht reicht für die Nachzahlung, kann versucht werden, eine Ratenzahlung auszuhandeln. Aber Vorsicht: Ratenzahlungen kosten in den meisten Fällen Geld!

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Der Notgroschen Tipp: Kleingeld für (noch) schlechtere Zeiten zurücklegen

Kleinvieh macht auch Mist! Das alte Sprichwort hat durchaus nach wie vor große Relevanz. Wer regelmäßig sein Kleingeld aus dem Geldbeutel nimmt. Der hat irgendwann, früher oder später, einen schönen Betrag zusammen. Ich habe mir z. B. angewöhnt, die 1 Euro und 2 Euro Münzen beiseite zu legen. Und immer, wenn es mit Geld eng wurde, was mehr als einmal der Fall war im Laufe der Jahre, erst die Finanzkrise, eine persönliche Krise, Einnahmenseinbrüche und dann die Pandemie und in diesem Jahr dann der Krieg. Dann hatte ich doch noch den einen oder anderen Euro, mit dem ich am Ende des Monats die Lücke füllen und Einkaufen gehen konnte.

Kleingeld ist als Notgroschen eine gute Reserve. Das fällt nicht so ins Gewicht, als wenn man Scheine nimmt und weglegt. Das geht dann schon mehr an das monatliche Budget. Vielleicht einfach mal versuchen?

Aber: Nicht an den falschen Stellen sparen!

Beim Aufbau von finanziellen Reserven ist es wichtig, die eigene finanzielle Situation und die Ausgaben genau anzusehen. Wo kann gespart werden. Und wie kann ich Rücklagen aufbauen, um einen Notgroschen für noch schlechtere Zeiten zu haben.

Doch es gibt auch noch eine Kehrseite, das Sparen an falscher Stelle.

Viele Verbraucher sparen in schlechten Zeiten an Lebensmitteln. Dies mag das Naheliegendste sein, auf Billigwaren umzusteigen und beim Discounter Obst und Gemüse zu kaufen, anstatt frische Lebensmittel z. B. auf dem Markt. Doch dies rächt sich irgendwann, weil unsere Nahrung dazu dient, uns am Leben und gesund zu erhalten.

Deshalb sollte möglichst nicht an Lebensmitteln gespart werden. Sondern in den Bereichen, in denen Einsparungen möglich sind, ohne dass es an die eigene Gesundheit geht. Da gibt es oft noch Ecken in unserem alltäglichen Leben, wo Geld eingespart werden kann. Denn nur allzu oft bemerken wir gar nicht, wofür wir unser Geld im Alltag auszugeben. Und wundern uns dann, wo eigentlich unser Budget für den Monat geblieben ist.

Ich mache es beispielsweise schon lange so, dass ich nicht bei frischen Lebensmitteln spare, mir aber dafür viele Grundnahrungsmittel immer zu den Zeiten kaufe, in denen sie im Angebot sind. Das hat mir im Laufe der Jahre schon so Einiges an Ersparnis gebracht, ohne dass ich deshalb den Gürtel bei Nahrungsmitteln enger schnallen musste.

Eignen sich Goldmünzen als Notgroschen?

Gold ist ein sicherer Hafen. Ob dies wirklich eine Weisheit ist? Ich weiß es nicht. Doch immer wieder zeigt sich in Krisenzeiten, dass als Rücklage auf Goldmünzen und Goldbarren gesetzt wird. Zwar mag dies nicht immer eine gewinnbringende Geldanlage sein, doch eines hat Gold in physischer Form nun mal an sich: Es kann niemals komplett wertlos werden. Der Materialwert des Goldes wird immer erhalten bleiben. Deshalb eignen sich Goldmünzen als Geldanlage durchaus. Wenn dabei einige wichtige Punkte beachtet werden:

  • Nur Goldmünzen kaufen, die auch als gesetzliches Zahlungsmittel genutzt werden können.
  • Natürlich können auch Sammlermünzen für die Investition in einen Notgroschen genutzt werden. Doch mit Sammlermünzen kann nicht regulär im Handel bezahlt werden. Das heißt, für finanzielle Reserven für den Notfall eignen sich diese Münzen eher nicht.
  • Goldmünzen nur bei anerkannten Händlern kaufen. Auktionsplattformen und unbekannte Händler sollten eher gemieden werden.
  • Goldmünzen können auch bei den Banken und Sparkassen, bei den Landesbanken und bei der Bundesbank erworben werden.
  • Goldmünzen und Goldbarren können auch anonym gekauft werden, dies ist auch bei den anerkannten Edelmetallhändlern so. Aber: Seit 2020 wurde die Grenze für den anonymen Erwerb von Gold und Silber auf einen Betrag von maximal 1.999,99 Euro gesenkt. Bis zu diesem Kaufpreis können die Edelmetalle anonym, das heißt, ohne Angabe von Personendaten, erworben werden. Ab einem Kaufbetrag von 2.000,00 Euro sind die Händler verpflichtet, die Personendaten der Käufer aufzunehmen.
  • Die Aufbewahrung ist ein sehr wichtiger Punkt bei der Anlage in Goldbarren und Goldmünzen. Werden diese zuhause aufbewahrt, sollte unbedingt eine Hausratversicherung abgeschlossen werden, in der auch diese Wertgegenstände versichert sind. Gold in physischer Form kann auch in einem Bankschließfach verwahrt werden. Und: Viele Edelmetallhändler bieten die Möglichkeit von bankexteren Schließfächern zur Verwahrung an.

Was sich nicht als Notgroschen eignet

Während sich Goldmünzen und Goldbarren durchaus als Rücklage eignen können für schlechtere Zeiten. Sind Kryptos alles Andere als für Reserven geeignet. Dies hat auch einen einfach Grund: Die Coins von Kryptowährungen sind nicht besichert mit einem Gegenwert, wie dies z. B. beim Gold der Materialwert ist.

Dies gilt übrigens nicht nur für Kryptos, sondern auch für andere Anlagen, die sich eher nicht für die Bildung von finanziellen Reserven eignen.

Natürlich macht Sammeln irgendwelcher Dinge Spaß. Insofern es nicht mit dem Hintergrund geschieht, dass die eigene Sammlung in Notzeiten zu Geld gemacht werden soll. Das kann im schlimmsten Fall ganz schön nach hinten losgehen. Beispielsweise wenn plötzlich viele ihre Sammlungen von irgendwas verkaufen, um schnell flüssig zu sein. Dann steigt das Angebot steil an, trifft aber in schlechten Zeiten auf eine sinkende, im besten Falle stagnierende Nachfrage. Deshalb sollten die eigene Plattensammlung, die Sneakersammlung und andere Sammelmöglichkeiten möglichst nur als Sammelleidenschaft denn als Rücklageaufbau für die Zukunft gesehen werden.

Wo kann ich meinen Notgroschen zurücklegen?

Bargeld oder Tagesgeldkonto, das ist hier die Frage. Diese Frage kann letztlich nur jeder Mensch für sich selbst beantworten. Und wo bewahre ich das Bargeld am sichersten auf?

Gleich vornweg: Ich halte die Aufbewahrung von Bargeld in der eigenen Wohnung nicht für ratsam. Wir wissen alle nicht, wie sich die kommenden Monate entwickeln werden. Da ist es am Ende vermutlich besser, das Geld auf die Bank zu bringen, sei es auf ein Tagesgeldkonto. Sei es in einem kleinen Bankschließfach als Bargeld verwahrt.

Welche Möglichkeit jemand wählt, das ist die eigene Entscheidung, die nur jeder selbst treffen kann. Natürlich können auch Banken ausfallen. Natürlich kann es zu Bankenpleiten kommen oder das Abheben und Auszahlen von Geld wird plötzlich eingeschränkt, wie es im Zuge der Finanzkrise z. B. in Griechenland der Fall war. Aber es ist wahrscheinlich immer noch sicherer, ein solches Risiko einzugehen, anstatt Bargeld zuhause aufzubewahren und dort bestohlen zu werden. Was ja gerade bei älteren Menschen immer mehr vorkommt. Das muss nicht sein und das kann vermieden werden, indem gar kein Bargeld zuhause angespart wird.

Fazit: Vorsorgen für noch schlechtere Zeiten ist wichtig!

Die Krisen haben uns in den vergangenen Jahren überrollt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Die nächste Krise wartet schon um die Ecke, sei es der Klimawandel, sei es eine Immobilienkrise, weil die Immobilienblase in Deutschland irgendwann doch noch platzt.

Nicht immer kann der Staat abfedern, was an Kosten und an finanziellen Problemen und Engpässen auf uns Verbraucher zukommt. Wir bekommen nicht jeden Euro, den wir in einer Krise verlieren, oder in einer Krise nicht verdienen, aus staatlichen Kassen erstattet.

Deshalb ist es wichtig, selbst Vorsorge zu betreiben, so gut das eben geht. Kleinere Einkommen haben es da natürlich weitaus schwieriger. Der Monat ist oft länger, als das Geld reicht. Trotzdem ist es erforderlich, genau hinzusehen und alle nicht wirklich nötigen Ausgaben zu streichen. Mit einem kleinen Puffer für eigenes Taschengeld, um zumindest ab und zu etwas für sich selbst zu haben. Und alles, was sonst geht, als Notgroschen zurückzulegen.

Wie das dann aussieht, das ist jedem selbst überlassen. Das kann Bargeld sein, das an einem sicheren Ort aufbewahrt wird, eventuell in einem kleinen, gemieteten Bankschließfach. Das kann ein Notgroschen sein, der auf einem Tagesgeldkonto angelegt wird. Oder eine Mischung aus zwei oder aus allen drei genannten Möglichkeiten.

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