Die Geschichte um Opel wird langsam immer mehr zum Märchen

Die Schlagzeilen überschlagen sich regelrecht. Die Manager von Opel wollen Hilfen vom Staat, und benennen doch immer wieder unterschiedliche Summen, die angeblich benötigt werden. Das Konzept, das sie der Bundesregierung vorgelegt haben, welches umsetzbare Pläne zur Sanierung des Autobauers zum Inhalt haben sollte, scheint keine Lösungen zu enthalten, die eine staatliche Hilfe rechtfertigen würden. Stattdessen soll dort von Werksschließungen die Rede zu sein. Und das ist es, was den Herren und Damen Politikern in unserem Lande bitter aufzustoßen scheint. Eine Hilfe wird es nur dann geben, wenn möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können, so viel ist sicher. Dies scheint aber gar nicht das Ansinnen der Opel-Manager zu sein – zumindest wirkt dies so.

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Nun kommen aber noch weitaus krassere Nachrichten über den Äther. Opel soll, möglicherweise sogar jahrelang, keine Steuern bezahlt haben. So sollen die Gewinne, die Opel eingefahren hat, unmittelbar zu General Motors in die USA geflossen sein, die Verluste aber in Deutschland geltend gemacht worden sein. Ein böser Vorwurf, der das Zögern der Regierung erklären würde. Schließlich wären dann indirekt bereits Gelder zu Opel geflossen.

Manchmal stellt man sich als Beobachter der ganzen Situation die Frage, ob es nicht das Beste wäre, Opel zu verstaatlichen, den ganzen Managerhaufen da raus zu werfen, eine völlige Trennung von General Motors durch zu ziehen und die an das US-Finanzministerium verpfändeten Patente zurück zu kaufen. Der Opel Insignia läuft ja derzeit wie Butter vom Laufband in den Handel und ist, auch dank der Abwrackprämie, ein Bestseller geworden. Sollte die Umweltprämie verlängert werden, wäre dies ein sehr guter Denkansatz, da der Staat dann an den Verkäufen auch wieder mitverdienen würde. Und schließlich wäre für Opel alles besser als weiter unter der Herrschaft von General Motors und unter der Führung von nicht besonders fähigen – zumindest hat es so nach außen hin den Anschein – Managern zu stehen.

Die Kanzlerin fand in ihrem heutigen Videopodcast auch eindeutige Worte für die Situation:

“In diesen Tagen verfolgen Sie alle mit Spannung die Gespräche bei und mit Opel. Sie stehen stellvertretend dafür, dass die Wirtschaftskrise unser Land erfasst hat – eine internationale Wirtschaftskrise, die nun auch bei uns konkret sichtbar wird. Opel genauso wie Schaeffler und Qimonda sind Beispiele dafür, genauso wie die vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Absatzkrisen und Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Bei Opel stehen wir vor einer tiefgreifenden Entscheidung. Wir werden helfen, wenn der Nutzen für alle Menschen größer ist als der Schaden. An diesem Punkt sind wir leider noch nicht. Das Konzept muss noch nachgebessert und geklärt werden. Aber wir sind es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genauso wie den vielen Familienangehörigen der Beschäftigten schuldig, dass wir alles daran setzen zu sehen, ob wir eine solche Lösung finden. Daran arbeitet die Bundesregierung zusammen mit den Landesregierungen und den Vertretern von Opel und General Motors mit Nachdruck.”

Warten wir also weiter ab. Und hoffen das Beste für Opel und seine Mitarbeiter.