Daimler schreibt im ersten Quartal 2009 rote Zahlen

Die Finanzkrise wurde zur Wirtschaftskrise – und der Automarkt ist einer der ersten Bereiche der Wirtschaft, der langsam aber sicher einbrach. Eine der Folgen davon ist an den heute bekannt gegebenen Quartalszahlen der Daimler AG. Da brennt es heftig, wie man den folgenden Zahlen entnehmen kann.

„Daimler weist im ersten Quartal 2009 ein EBIT von –1.426 Mio. € aus

 Konzernergebnis von -1.286 (i. V. 1.332) Mio. €
 Umsatz mit 18,7 Mrd. € deutlich unter Vorjahr
 Für Gesamtjahr 2009 Rückgänge bei Absatz und Umsatz erwartet
 Umsetzung von Sparmaßnahmen in Höhe von 4 Mrd. €
im Jahr 2009 angestrebt
 Schrittweise Verbesserung des operativen Ergebnisses im Jahresverlauf erwartet, zweites Quartal 2009 jedoch nochmals deutlich negativ
 Mercedes-Benz Cars erwartet im zweiten Halbjahr insgesamt wieder ein positives Ergebnis

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und die daraus resultierenden schwierigen Fahrzeugmärkte haben das Ergebnis der Daimler AG (Börsenkürzel DAI) im ersten Quartal 2009 deutlich belastet.“

Während andere Unternehmen in diesen Tagen oft auf einen Ausblick und auf Prognosen verzichten, gibt die Daimler AG einen sehr klaren Ausblick auf dieses Jahr. Und macht damit deutlich, dass man in Stuttgart in der Lage ist, der momentanen Situation der Autobranche durchaus sehr realistisch ins Auge zu sehen. Die Anleger tun dies übrigens auch, wodurch der Kurs der Daimler-Aktie derzeit um mehr als sechs Prozent im Minus liegt im Vergleich zum gestrigen Börsenschluss. Nachdem heute sowohl die Deutsche Bank als auch Daimler die Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben haben, wurden die Aktien beider zu den meist gehandelten Aktien dieses Börsentages. Zugleich gehören beide aber zu den Verlierern dieses Handelstages auf dem Börsenparkett. Es wird ab zu warten sein, wie sich die Werte in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln werden.

Ausblick
Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2009 insgesamt deutlich zurückgehen wird (i. V. 2,1 Mio. Fahrzeuge).

Mercedes-Benz Cars verfügt über eine aktuelle und wettbewerbsfähige Produktpalette. Für Absatzimpulse wird der seit dem Jahresende 2008 verfügbare kompakte Geländewagen GLK und die im März 2009 eingeführte neue E-Klasse-Limousine sorgen. Im Herbst folgt dann der Kombi der E-Klasse. Darüber hinaus wird dieses Jahr das neue E-Klasse-Coupé und später das Cabrio in den Markt eingeführt werden. Mit den neuen Generationen der S-Klasse und des GL will Mercedes-Benz Cars die Attraktivität der Modellpalette weiter erhöhen. Mit dem S 400 HYBRID und weiteren BlueEFFICIENCY- Modellen wird das Modellangebot über die gesamte Produktpalette hinweg um besonders umweltfreundliche und kraftstoffeffiziente Antriebsvarianten ergänzt. Für den smart fortwo werden 2009 mit der Einführung in den Wachstumsmärkten China und Brasilien zusätzliche Absatzpotenziale erschlossen. Der zu erwartenden Schwäche wichtiger Absatzmärkte und insbesondere auch wichtiger Marktsegmente wird sich Mercedes-Benz Cars jedoch nicht entziehen können. Insgesamt gesehen wird der Absatz im Jahr 2009 deshalb unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen. Rückgänge werden dabei vor allem in den von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders betroffenen Märkten USA, Westeuropa und Japan erwartet. Stabilisierend sollte hingegen der Absatz in den Schwellenländern wirken.

Mercedes-Benz Cars geht davon aus, dass die Marktanteile mindestens stabil gehalten werden können und die Talsohle beim EBIT im ersten Quartal erreicht wurde. Insbesondere durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und den Start der E-Klasse in Europa und die für Juni 2009 geplante Einführung in den USA wird in den kommenden drei Quartalen eine schrittweise Verbesserung der Ergebnisentwicklung und im zweiten Halbjahr insgesamt ein positives Ergebnis erwartet.

Daimler Trucks rechnet infolge der Weltwirtschaftskrise für das Gesamtjahr 2009 mit einem deutlichen Absatzrückgang in allen wichtigen Märkten. Das Geschäftsfeld geht jedoch davon aus, dass die Marktanteile in den Kernmärkten behauptet werden können. Der signifikante Nachfragerückgang in allen Märkten seit Jahresbeginn wird ab dem zweiten Quartal seine volle Ergebniswirkung entfalten. Daher werden insbesondere im zweiten Quartal weitere Ergebnisbelastungen erwartet. Aufwendungen in Höhe von 150 Mio. € entstehen 2009 durch die Neuausrichtung von Daimler Trucks North America, davon wurden 45 Mio. € bereits im ersten Quartal verbucht.

Mercedes-Benz Vans rechnet aufgrund der stagnierenden Nachfrage und der andauernden Rezession in wichtigen Volkswirtschaften für die Folgemonate vorerst mit keiner Besserung der Absatzsituation. Entsprechend des deutlichen Nachfragerückgangs in allen Märkten werden insbesondere im zweiten Quartal weitere Ergebnisbelastungen erwartet.

Daimler Buses rechnet für 2009 aufgrund weltweit schwächerer Märkte gegenüber dem Rekordjahr 2008 mit einem Absatzrückgang. Es wird dennoch ein positives Ergebnis erwartet, das jedoch gegenüber dem Vorjahr erheblich zurückgehen wird.

Daimler Financial Services geht für das Gesamtjahr 2009 von einem Anstieg der Kreditausfälle und höheren Aufwendungen für die Refinanzierung aus. Der Tiefpunkt beim Ergebnis dürfte allerdings im ersten Quartal erreicht worden sein. Für das Vertragsvolumen wird eine rückläufige Entwicklung erwartet.

Der Daimler-Konzern rechnet für das Jahr 2009 mit einem deutlichen Umsatzrückgang (i. V. 95,9 Mrd. €).
Um die Auswirkungen der deutlichen Absatz- und Umsatzrückgänge in Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise abzufedern, wurde kurzfristig die Umsetzung von Maßnahmen eingeleitet, mit denen über alle Geschäftsfelder und die Konzernverwaltung hinweg die Kosten angepasst und Ausgaben vermieden werden. Dazu gehören neben Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten auch eine Senkung der Fixkosten sowie der Verwaltungskosten und eine weitere Verschlankung der Organisation. Darüber hinaus werden Projekte zurückgestellt, die nicht unmittelbar wettbewerbsrelevant sind.

Die eingeleiteten Maßnahmen ergänzen die bestehenden Effizienzsteigerungsprogramme und werden in den kommenden Monaten im Konzern umgesetzt. Daraus erwartet Daimler Kostensenkungen oder die Vermeidung von Kostenanstiegen in Höhe von 4 Mrd. € zu realisieren.

Als Ergebnis dieser Maßnahmen, die ihre vollen Auswirkungen in der zweiten Jahreshälfte haben werden, und aufgrund des Anlaufs der neuen E-Klasse rechnet der Daimler-Konzern im Jahresverlauf mit einer schrittweisen Verbesserung der operativen Ergebnissituation. Für das zweite Quartal wird jedoch nochmals ein deutlich negatives Ergebnis erwartet.“

(Quelle: Daimler AG)

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