Niedrige Sparzinsen bis zu Draghis Abschied?

Ab 1. November 2019 wird es einen neuen EZB-Präsidenten geben. Bis dahin wird Mario Draghi weiter die Geschicke der Europäischen Zentralbank leiten. Draghis starke Fokussierung auf die Inflationsrate in der Eurozone hat in der Zwischenzeit nicht nachgelassen. Der Leitzins steht seit 10. März 2016 auf 0,00 Prozent. Die Banken bezahlen Strafzinsen in Höhe von 0,40 Prozent p.a. an die EZB. Dies sind die zwei Hauptgründe, warum die Sparzinsen inzwischen so niedrig sind. Doch wird sich im Laufe der Zeit etwas daran ändern? Wird es zu einer Zinswende kommen? Oder wird die EZB weiter auf dem Niedrigzinsniveau verharren, in die Mario Draghi sie geführt hat?

Sparzinsen im Keller

Durch den niedrigen Leitzins sind die Zinsen für Tagesgeldkonten, Festgeldanlagen, Sparbriefen und Co. stetig gesunken: Ab und zu gab und gibt es Banken, die einen Gegentrend setzen. Doch das Gros der Banken bietet inzwischen gerade mal noch Zinsen leicht über der Null an. Die Sparer in Deutschland bekommen die Niedrigzinsphase der EZB mit voller Härte zu spüren. Sie bringen Geld zur Bank, und erhalten dafür nur noch Negativzinsen. Denn: während die Inflationsrate in Deutschland steigt, bleiben die Sparzinsen weiter auf sehr niedrigem Niveau.

Sparzinsen im Minus

Neben den zahlreichen Banken, die wenig bis gar keine Zinsen mehr für Tagesgeld und Sparbuch bezahlen, gibt es immer mehr Banken, die das Minus vor den Zinsen stehen haben. Besonders betroffen hiervon sind Großsparer und Unternehmen. Doch es ist nicht auszuschließen, dass die negativen Sparzinsen früher oder später auch Kleinsparer treffen wird. Insofern nicht vorher die Zinswende kommt – die in den kommenden Monaten oder Jahren aber wohl noch in weiter Ferne ist.

Bei der Privaten Altersvorsorge umschwenken

Für viele Bundesbürger bedeutet die Niedrigzinsphase ein harter Einschnitt. Vor allem die Rücklagen für das Alter sind davon betroffen. Durch die negative Realverzinsung wird vom Sparer draufgezahlt. Er hat so nicht mehr die Möglichkeit, für das Rentenalter oder für spätere wichtige Anschaffungen vorzusorgen.

Natürlich gibt es immer noch die Möglichkeit, Festgeldkonten über mehrere Jahre laufend zu eröffnen. Aber die Zinsen für Festgeldanlagen 7 Jahre und 10 Jahre geben kaum mehr etwas her. Diese liegen zwar häufig über dem Niveau der Tagesgeldzinsen und der kürzeren Festgeldlaufzeiten. Doch wirkliche Ersparnisse können so nicht für die Zukunft aufgebaut werden.

Die Sparer in Deutschland sind weiter in die Enge gedrängt. Dies könnte so bleiben, bis Mario Draghi turnusmäßig seinen Hut nimmt, und von seinem Nachfolger abgelöst wird. Kleinsparer und Großanleger müssen deshalb beide umdenken und umschwenken. Aktien und Fonds sind nach wie vor eine Alternative. Auch wenn die Angst der Bundesbürger vor Wertpapieren seine Geschichte hat. Wer übermorgen noch Geld haben möchte, sollte darüber nachdenken, was er heute mit seinem Geld machen möchte…

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