Zumwinkel hat Deutschland den Rücken gekehrt – Doch die nächste Razzia kommt bestimmt

Oder vielmehr, sie kam vorgestern, wie erst jetzt bekannt wurde. Gut ein Jahr nach der Razzia seiner Villa und seiner Arbeitsräume bei der Post AG steht Klaus Zumwinkel nun erneut im Visier der Fahnder. Selbst seine „Flucht“ auf ein Schloss in Italien hatte ihm nichts genützt – wir leben in einem geeigneten Europa, wo die Rechtslage inzwischen anders ist als früher. Vielleicht aber lebt Zumwinkel noch immer in jener Zeit der Raubritter, wo jeder sich nahm, was er sich nehmen wollte, und das Recht auf seiner Seite stand? Diese Zeiten aber sind längst vorbei, Herr Zumwinkel.

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Bei der inzwischen durch die Bonner Staatsanwalt und ihren Sprecher, Fred Apostel, bestätigten Razzia im Zumwinkel-Schloss ging es diesmal jedoch nicht um Steuerhinterziehung, sondern um Telekomgate. Bei der Datenaffäre der Telekom waren unter anderem Mitarbeiter und Journalisten bespitzelt worden, wie weit das Ausmaß wirklich ging, ist möglicherweise noch gar nicht klar. Auch nicht, wer wirklich im Hintergrund an den Strippen gezogen hat. Schon seit einer Weile jedoch ist Klaus Zumwinkel, der ehemalige Chef der Deutschen Post, eine der wichtigsten Zielscheiben der Verdachtsmomente.

Bei der Razzia, an der neben den italienischen Behörden auch fünf deutsche Beamte teilnahmen, kam es unter anderem zur Beschlagnahmung von zwei Computern. Ob sich da jedoch nach dieser doch nicht gerade kurzen Zeit, schließlich handelt es sich bei der Strafanzeige, welche die Telekom im Mai letzten Jahres gestellt hat, um Vorgänge aus den Jahren 2005 und 2006, noch Spuren finden lassen, erscheint fraglich. Vielleicht aber denkt Zumwinkel eben immer noch wie jene Raubritter, die sich an den Tafeln ihrer Zeit ihrer Taten nur zu gerne rühmten?