Kreditausfallversicherungen – Ein Billionengeschäft ohne Finanzaufsicht

Die Credit Default Swaps, kurz CDS genannt, klingen nach außen hin seriös, sind aber nichts Anderes als reine Wettgeschäfte. Die momentan wohl vor allem auf einen Weg hinauslaufen: Die Wetten, dass Griechenland seine Schulden nicht wird begleichen können.

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CDS, seit 13 Jahren zum guten Geschäft der Banken und Hedge-Fonds geworden, wird nun vermehrt zum Dorn im Auge auch jener Finanzexperten und Politiker, die sich bis dato nicht mit dem Thema Kreditausfallversicherungen beschäftigt hatten. Inzwischen werden auch vereinzelt Vermutungen laut, dass die Debatte über die finanziellen Probleme Griechenlands ursprünglich aus Richtung der Spekulanten kam – um möglichst viel an ihren Credit Default Swaps zu verdienen.

Ein großes Problem liegt jedoch auch darin, dass im Falle einer tatsächlichen Pleite Griechenlands die Anleger in den CDS nicht automatisch davon ausgehen können, tatsächlich auch Gewinne abschöpfen zu können. Denn die Reise zurück in die jüngste Geschichte der Finanzwelt führt uns auf die Spur des Versicherungsriesen AIG. Dieser hatte Kreditausfallversicherungen hinsichtlich einer Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers verschleudert. Der Bankrott kam, wie wir heute, etwa 1 ½ Jahre später, längst wissen.

Als der Tag der Pleite kam, wollten die Anleger ihr Geld für die Credit Default Swaps von der American International Group, der AIG, haben. Plötzlich wurde es eng um den Hals des Versicherungskonzerns. Durch die Spekulationsgeschäfte mit den CDS drohte plötzlich AIG selbst das Aus. Nur staatliche Hilfen, bislang in Höhe von 180 Milliarden US Dollar, konnten AIG vor dem Aus bewahren.

Doch die Spekulationen mit Kreditausfallversicherungen gehen munter weiter. Inzwischen drohen sogar die Regierungen der Euro-Zone den Hedge-Fonds, die sich an der derzeitigen Krise Griechenlands eine goldene Nase verdienen wollen. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ fuhr der Eurogruppenchef und luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker deshalb auch harte Geschütze auf. “Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller, und wir zeigen sie, wenn es nötig ist”, machte er deutlich. Und: “Wir müssen das Primat der Politik wieder stärken. Sie muss die Finanzmärkte stoppen können.”. Wir können nur hoffen, dass dies nicht nur bloße Worte bleiben…