Konjunkturbericht Dezember 2009 – Noch keine normale Erholung in Sicht

Wie der Bundesverband deutscher Banken, der BdB, heute mitteilte, geht die Erholung der Konjunktur in unserem Land zwar weiter, wird aber aller Voraussicht nach im kommenden Jahr wieder nachlassen. Begründet wird dies hauptsächlich mit dem langsamen Ende der konjunkturstärkenden Maßnahmen der Bundesregierung, aber auch mit den so genannten Nachholeffekten, das heißt bspw. einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

„Bankenverband: Erholung setzt sich fort, verliert 2010 aber wieder an Schwung

„Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland wird weiter von Sonderfaktoren getragen. Von einer ‚normalen’ Erholung kann noch keine Rede sein“, erklärt Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, bei der Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat Dezember. Die aktuelle Dynamik werde im nächsten Jahr wohl wieder nachlassen, wenn die Nachholeffekte und die wirtschaftspolitischen Impulse abklingen. Dann gerate die äußerst geringe Kapazitätsauslastung und eine aller Voraussicht nach weiter steigende Arbeitslosigkeit stärker in den Vordergrund. Wirtschaftliche Wachstumsraten wie im dritten Quartal dieses Jahres, als das Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt 0,7 % gegenüber dem Vorquartal stieg, würden auf absehbare Zeit den oberen Rand der Entwicklung markieren. Im Jahresdurchschnitt 2010 sei in Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von gut 1 ½ % zu rechnen.

Von der Fiskalpolitik würden im nächsten Jahr zunächst weitere konjunkturstützende Impulse ausgehen, so Weber. Er warnt aber davor, bei der Betrachtung der positiven Konjunktureffekte die potenziell gegenläufige Wirkung der stark zunehmenden Staatsverschuldung zu ignorieren: „Das laufende Haushaltsdefizit wird im nächsten Jahr 5 bis 6 % des Bruttoinlandsprodukts betragen. Notwendig ist ein klares Konzept der Finanzpolitik, das aufzeigt, wie diese Defizite abgebaut werden, wenn sich die Wirtschaft verlässlich stabilisiert hat“, so Weber weiter. Der Koalitionsvertrag sende hierfür die richtigen und notwendigen Signale. „Der Finanzierungsvorbehalt für künftige Ausgaben ist eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Botschaften der Bundesregierung“, betonte er.

Angesichts der weiterhin günstigen Preisperspektiven sieht Weber für die Europäische Zentralbank keinen akuten Zinserhöhungsdruck. Die umfangreichen Liquiditätshilfen der europäischen Notenbank für das Bankensystem könnten zunächst ohne Zinsstraffung wieder „eingesammelt“ werden. Dies sei sachgerecht und helfe, die längerfristigen Inflationserwartungen niedrig zu halten. Um das Risiko von heftigen Wechselkursschwankungen zu begrenzen, hält Weber eine enge internationale Abstimmung der geldpolitischen Rückzugsstrategien unter den Notenbanken für sinnvoll.“

Quelle Pressemitteilung: Bundesverband deutscher Banken

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