Eurokrise: Kehrt Italien der Eurozone den Rücken?

Die Wahlen in Italien sind vorüber, was bleibt, ist das Chaos eines unregierbaren Landes. Die Eurokrise könnte sich damit deutlich verschärfen. Doch kehrt Italien der Eurozone gar den Rücken? Plötzlich ist die Wiedereinführung der Lira in der Diskussion.

Der italienische Protestpolitiker Beppe Grillo hat plötzlich den Austritt Italiens aus der Währungsunion und die Rückkehr zur Lira ins Gespräch gebracht. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ prophezeit Grillo den Untergang seines eigenen Landes. Mit den 25,5 Prozent an errungenen Stimmen bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Italien war die Partei des Komikers zum Überraschungssieger der Wahlen geworden.

Beppo Grillo fordert in dem Focus-Interview eine Neuverhandlung der Schulden. „Wir werden erdrückt – nicht von dem Euro, sondern von unseren Schulden. Wenn die Zinsen 100 Milliarden Euro pro Jahr betragen, sind wir tot. Es gibt da keine Alternativen.“

Während er auf der einen Seite durchaus Recht hat, wurde Italien anderseits durch die politisch nun unklare Zukunft zu einem unsichereren Kreditnehmer als früher. Nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses verteuerten sich in der Folge auch die Zinsen für die ausgegebenen Staatsanleihen. Es ist deshalb ein zweischneidiges Schwert, was sich derzeit in Italien abspielt – und nicht immer sind die anderen Schuld an dem eigenen Dilemma…

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