WAZ: Standortfaktor Strompreis. Kommentar von Tobias Bolsmann

Essen (ots) – Eigentlich müssten sich die deutschen
Aluminiumbetriebe über die Energiewende freuen. Masten für
Windkraftanlagen oder für Stromleitungen – alle aus Aluminium und
alle dringend benötigt in den kommenden Jahren. Doch die Freude hält
sich bei den hiesigen Produzenten in engen Grenzen. Der Grund: Die
Kunden können diese Masten auch ganz woanders auf der Welt kaufen,
weil sie dort preiswerter zu haben sind. Die Stromkosten werden immer
mehr zum Standortfaktor. Branchen, in denen die Gewinnmargen bei nur
wenigen Cent liegen, bekommen Probleme, sobald der Preis für die
Energie steigt. Und hier hat Deutschland, aber auch ganz Europa einen
Nachteil. Der europäische Emissionshandel sorgt für Verzerrungen im
globalen Wettbewerb. Deutschland „gönnt“ sich mit der ausgerufenen
Energiewende zusätzliche Herausforderungen. Der Rückblick auf das
erste Jahr offenbart, dass ständig an den unterschiedlichsten
Stellschrauben nachjustiert werden muss. Rein technisch betrachtet
wird die Umstellung auf eine Versorgung aus Erneuerbaren Energien
möglich sein, doch es stellt sich die bange Frage, wie hoch der Preis
dafür ist.

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