WAZ: Es gibt keine Gewinner – Kommentar von Rolf Obertreis

Essen (ots) – Am vorläufigen Ende des Verfahrens gibt es keinen
Gewinner. Kein Zweifel: Die 17.000 Kleinanleger, die mit der T-Aktie
drastische Verluste hinnehmen mussten, sind die großen Verlierer. Die
Chance auf Schadenersatz ist auf ein Minimum geschrumpft. Aus der
Volks-Aktie ist längst ein Flop geworden. Das ist der Telekom
zuzuschreiben, den Banken und auch dem Bund, die Ende der 90er-Jahre
eine wahre Welle lostraten und versäumten, klar zu machen, dass es
mit Aktienkursen nicht nur nach oben, sondern auch nach unten gehen
kann. Ganz unabhängig von möglichen Fehlern im Börsenprospekt. Aber
auch die gebeutelten Aktionäre sind nicht unschuldig: Die Gier war
meist größer als der klare Blick auf die Risiken einer Aktienanlage.
Letztlich haben sie sich mit dem Prozess ein zweites Mal an der Nase
herumführen lassen: Denn bei allem Frust war schnell klar, dass die
Schadenersatzklage wenig Chancen haben würde. Telekom-Manager und
Banken haben vor dem Börsengang nicht falsch informiert, keine
wichtigen Fakten verschwiegen. Jedenfalls nach Ansicht der Richter,
die sich jahrelang intensiv mit der Materie befasst haben.

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