Warten auf die Entscheidung der EZB zum Leitzins

Heute tagt er wieder einmal, der Rat der Europäischen Zentralbank, und anders als am 1. Donnerstag des Aprils weisen im Mai 2013 viele Zeichen auf die nächste Leitzinssenkung für die Eurozone hin. Für Sparer wie auch für Kreditnehmer und Anleger bedeutet dies, ein unsicheres Warten auf die Entscheidung der EZB zum Leitzins. Fällt der Leitzins, werden die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Sparkonten aller Voraussicht nach noch weiter sinken, als es bereits in den letzten Monaten der Fall war. Ob die Kreditzinsen jedoch entsprechend nachfolgen werden, müsste sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Nachdem sich erst die Lage beruhigt schien und der Leitzins wohl auch weiterhin auf der aktuellen Marke von 0,75 Prozent verbleiben würde, hat sich die Lage in den vergangenen Wochen wieder weiter zugespitzt. Die wirtschaftliche Lage in der Eurozone ist nicht gut, einzig Deutschland ist noch in der Spur, aber auch hierzulande zeigen sich mittlerweile die Folgen der Eurokrise und trotz auch weiterhin guten Konsums beginnt die Konjunktur zu schwächeln.

Wenn heute eine Leitzinssenkung kommen würde, sollte in der Folge die Wirtschaft der Euro-Staaten befeuert werden. Dies ist jedoch mehr als unwahrscheinlich. Schon in den letzten Monaten hat der niedrige Leitzins kaum zu einer Verbesserung der konjunkturellen Lage geführt, die Währungsunion ist trotzdem in eine Rezession gerutscht. Alles was jetzt noch getan werden kann, ist wohl nichts Anderes als Flickwerk, das den Schaden kaum mehr begrenzen kann. Die Sparer wenden sich ab von den Banken, und die Unternehmen werden auch trotz eines noch niedrigeren Leitzinssatzes nicht besser an Kredite kommen. Die Europäische Zentralbank hat sich durch seine bisherigen Zinsentscheidungen in die Lage gebracht, nun tatsächlich den Leitzins weiter senken zu müssen, weil alles andere nicht mehr wirkt. Doch letztlich wird jede Leitzinssenkung mehr vor allem Deutschlands Sparern Schlaf, Nerven und Geld rauben, weil sie für ihre Ersparnisse kaum mehr Zinsen bekommen und damit gleich mehrfach für die Rettung der Eurozone bezahlen. Doch nicht der Euro selbst ist es, der schlecht ist, die Gemeinschaftswährung für viele Staaten in Europa hat immer noch ihre Daseinsberechtigung, schlecht sind die Entscheidungen, die in den letzten Jahren vom Rat der EZB getroffen wurden, heute könnte eine weitere solcher unsäglichen Entscheidungen dazukommen, sollte der Leitzins wirklich auf 0,50 Prozent gesenkt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*