Verbraucherschutz und Geldanlage

Den Sparern ist in den letzten Jahren öfter mal die Lust vergangen, ihr Geld noch auf die Bank zu bringen und den Versprechungen der Finanzberater noch Glauben zu schenken. Nach und nach kamen einige Gesetzänderungen, wie beispielsweise der Beipackzettel für Finanzprodukte und die Pflicht zum Führen eines Beratungsprotokolls, und dennoch scheint immer noch einiges im Argen. Wie weit muss der Verbraucherschutz noch gestärkt werden, wenn es um die Geldanlage geht?

Die Frage dabei ist immer, in wie weit ein Staat den freien Markt – und damit auch Finanzprodukte – beschneiden kann, und sollte. Natürlich wäre es für die Anleger wünschenswert, wenn sie bei möglichst niedrigem Risiko eine möglichst hohe Rendite erzielen könnten. Dies ist aber rein rechnerisch nicht möglich, da die höchste Rendite meist auch nur mit dem höchsten Risiko erzielt werden kann.

Der Verbraucherschutz ist zwar an sich eine gute Sache, aber alles kann und sollte nicht reglementiert werden. Für Sparer, die ein hohes Risiko scheuen, gibt es relativ sichere Anlageformen wie das Tagesgeld und das Festgeld. Beides ist bis zu einem gewissen Punkt über die Gesetzliche Einlagensicherung abgesichert (für deutsche Banken liegt diese bei bis zu 100.000 Euro je Kunde), das Risiko ist also überschaubar – die Zinsen dafür jedoch auch.

Wer eine hohe Rendite erzielen möchte mit seiner Geldanlage, für den sind solche recht sicheren Anlagearten nichts. Und dann kann auch der Verbraucherschutz nicht mehr viel bringen, da jeder Anleger bei der Suche nach einer hohen Rendite letztlich auch das hohe Risiko für einen solchen Renditewunsch tragen muss.

Alles kann der Gesetzgeber nicht absichern, und sollte er auch nicht. Dann wären wir irgendwann Kilometer weit entfernt von einem freien Markt, in dem jeder seine eigenen Entscheidungen treffen kann – und in dem jeder aussuchen kann, welches Risiko er eingehen möchte, wenn es um die Geldanlage geht.

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