Schwäbische Zeitung: Chancen für eine neue Zukunft – Kommentar

Leutkirch (ots) – Erst gute drei Monate ist es her, dass Meike
Schlecker ihren mittlerweile schon legendären Satz auf einer
Pressekonferenz in Ehingen mehrmals wiederholt hat: „Es ist nichts
mehr da.“ Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch einiges da, vor
allem die lukrativen Schlecker-Geschäfte im Ausland.

Ein Vierteljahr später geht es ans Eingemachte: Tschechien,
Frankreich, Polen – ein Auslandsgeschäft Anton Schleckers nach dem
anderen wird zu Geld gemacht, das nun in die Insolvenzmasse fließt.
Wie es aussieht, findet jetzt auch die Schlecker-Tochter IhrPlatz
einen neuen Investor. Für die IhrPlatz-Mitarbeiter dürfte dies
erfreulich sein, immerhin will Investor Dubag offenbar alle Filialen
und Mitarbeiter übernehmen. Zwar wird es IhrPlatz mit nur 480
Filialen, aber ohne den Schlecker-Riesen bei der Abwicklung von
Einkauf und Logistik nicht gerade leicht haben. Mit einem neuen
Konzept haben die Kette und ihre Mitarbeiter aber gute Chancen auf
eine neue, erfolgreiche Zukunft.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz indes muss sich immer mehr vom
Wunsch einer Paketlösung verabschieden. Die Zahl der
Kündigungsschutzklagen steigt, die Attraktivität des Unternehmens für
Investoren dagegen sinkt.

Meike Schleckers einst geäußerter Wunsch bleibt aber sicher
unerfüllt: Vor einem Vierteljahr kämpfte sie, hielt an den
Schlecker-Filialen fest und sagte: „Ein Verkauf des gesamten
Unternehmens kommt nicht infrage.“ Heute wäre Geiwitz froh, wenn es
so gekommen wäre.

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