Sabine Lautenschläger: konkretes Konzept oder offizieller Vorschlag zur Bankenunion liegt noch nicht vor

Die Bankenunion ist wie die Finanzmarktsteuer in vieler Munde, doch was darunter verstanden wird, darüber streiten sich die Geister. Sabine Lautenschläger hat beim 14. Bundesbanksymposium klargestellt, dass es im Moment noch kein konkretes Konzept und auch keinen offiziellen Vorschlag für eine Bankenunion gibt.

Dafür spricht sie inhaltlichen Klartext in Sachen Bankenunion: „Was ist eigentlich mit der „Bankenunion“ gemeint? Nun, es geht nicht um die Fusion verschiedener Kreditinstitute. Diskutiert wird vielmehr über eine integrierte europäische Aufsicht über Kreditinstitute, die um eine europäische Einlagensicherung und einen europäischen Bankenstabilisierungsfonds ergänzt wird.“

Und genau hier ist auch der Knackpunkt, den wir sehen. Solange die Bürger glauben, es gehe einfach um die Verschmelzung von gutgehenden Kreditinstituten mit angeschlagenen Kreditinstituten, wird das Wort „Bankenunion“ negativ geprägt sein. Erst wenn die Bankenunion an sich inhaltlich vermittelt wird, wie es die Vizepräsidenten der Bundesbank derzeit tut, könnte sich etwas ändern in der Denke.

Wir finden eine solche Union durchaus sinnvoll und stabilisierend – wenn sie nach der Klärung zahlreicher Fragen installiert werden würde. Solange einige Länder immer noch am Rande der Pleite stehen und vor allem Griechenlands Zukunft in der Eurozone ungewiss ist, kann eine Bankenunion unserer Ansicht nach nicht funktionieren.

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