ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige 2014

ÖKO-TEST hat für die August-Ausgabe Girokonten für Selbstständige unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Selbständigen in Deutschland „gnadenlos abkassiert“ werden. Bis zu 10 Mal so teuer wie ein Girokonto für Privatkunden seien die Girokonten für Selbstständige 2014 mitunter, so die Zeitschrift.

ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige

„Gnadenlos abkassiert

Handwerker und die anderen der insgesamt 4,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland müssen oft bereits für die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto Zinsen zahlen. Das zeigt eine Untersuchung von ÖKO-TEST. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fallen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutscht das Konto tatsächlich einmal ins Minus, erreichen die Sollzinsen bis zu 12,81 Prozent.

Während Privatkunden derzeit von Banken mit kostenlosen Girokonten plus Startguthaben umworben werden und schlimmstenfalls 80 Euro im Jahr zahlen, fangen die Preise für Geschäftsgirokonten auf diesem Niveau erst an – teilweise sind sie sogar bis zu zehn Mal so teuer wie für Privatkonten. ÖKO-TEST rät Selbstständigen, unbedingt die Preise zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind von Bank zu Bank exorbitant. Während manche 250 Euro im Jahr verlangen, explodieren bei anderen Instituten die Kosten auf bis zu 1.000 Euro. Dazu schlägt alles weitere extra zu Buche: Es entstehen Gebühren für Buchungen sowie Konto- und Kreditkarten. Guthabenzinsen sind dagegen Mangelware.

Wer ein günstiges Konto sucht und die Angebote vergleichen will, stößt jedoch auf Intransparenz. Nur die wenigsten Banken sind bereit, die Preise für Geschäftsgirokonten offenzulegen. ÖKO-TEST hat 87 Banken angeschrieben, von diesen wollten sich 54 nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Auskunft.

Dabei lässt sich mit einem Vergleich viel Geld sparen, vor allem beim Kontokorrentkredit. Dieser ist eine richtige Kostenfalle, wie ÖKO-TEST kritisiert. Zwar können die meisten Selbstständigen schon froh sein, wenn ihnen überhaupt ein Kontokorrentkredit gewährt wird. Ist das der Fall, schwanken die Sollzinsen in den ÖKO-TEST-Musterfällen zwischen 6,75 und 12,81 Prozent. Manche Banken lassen sich sogar die Bereitschaft, Geschäftskunden einen Kontoüberziehungsrahmen einzuräumen, fürstlich honorieren, auch wenn man gar nicht in die Miesen rutscht. Die Bereitstellungsprovisionen liegen bei bis zu drei Prozent pro Jahr auf den nicht ausgeschöpften Teil des Kreditrahmens. Eine Bank im Test stellt zusätzlich noch ein Bearbeitungsentgelt von mindestens 150 Euro in Rechnung. Das summiert sich: In den Musterfällen, die ÖKO-TEST berechnet hat, kommen schon mal 586 Euro pro Jahr zusammen, obwohl der Kreditrahmen nicht genutzt wurde.

ÖKO-TEST empfiehlt allen Selbstständigen, sich Abzockerkonditionen nicht bieten zu lassen. Es lohnt sich, mit der Bank zu feilschen, denn Bereitstellungsprovisionen und Kreditzinsen sind verhandelbar.

Das ÖKO-TEST-Magazin August 2014 gibt es seit dem 25. Juli 2014 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.“

Quelle Pressemitteilung: ÖKO-TEST

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