Karneval-Orkan nicht unterschätzen

Der Karneval-Orkan Ruzica sollte nicht unterschätzt werden. Der Auto Club Europa hat dazu eine aktuelle Warnung herausgegeben, und gibt einige Tipps, wie Bürger sich bei Orkan und Sturm verhalten sollten.

Karneval-Orkan birgt unsichtbare Gefahren

„Dachziegeln könnten herabfallen, Dekorationen und Aufbauten sich losreißen oder Dixie-Toiletten umkippen: Aus Sicherheitsgründen haben Verantwortliche in ganz Deutschland viele Rosenmontagsumzüge abgesagt. Doch Orkan-Tief „Ruzica“ hat nicht nur Karneval-Hochburgen und Innenstädte fest im Griff – für Autofahrer besteht laut ACE Auto Club Europa insbesondere auf Landstraßen Gefahr durch Seitenwind und orkanartige Böen: Mehr als 80 Prozent der Seitenwindunfälle ereignen sich laut einer aktuellen Auswertung des Clubs auf Strecken des außerörtlichen Verkehrs. Dabei stellen Waldschneisen ebenso wie Talbrücken und Tunneleinfahrten besondere Risikopunkte für den Straßenverkehr dar.

Denn dort können sich auf engem Raum Kraft und Geschwindigkeit des Windes vervielfachen, unvermutet wird ein Fahrzeug von einer Böe erfasst und aus der Spur gedrückt. Hinter Kuppen können sich Einfallschneisen befinden, auf kurvenreichen Straßen ist schnell der Überblick verloren, aus welcher Richtung der Wind weht. Das tückische dabei: „Die Gefahr ist nahezu unsichtbar. Von der geschlossenen Karosserie abgeschirmt, verdrängen viele Autofahrer die Kraft, die ein Sturm hat“, sagt Philipp Heise, Verkehrssicherheitsexperte des ACE. Laut Angaben des Clubs schwankte die Zahl der durch Seitenwind verursachten schweren Unfälle in den vergangenen Jahren zwischen knapp 350 im Jahr 2007 und 177 im Jahr 2014.

Vans, Transporter und Anhänger-Gespanne besonders gefährdet

„Je höher die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs, desto stärker wirkt sich der Seitenwind aus“, so Heise weiter. Dabei spiele die Bauart des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle: „Besonders betroffen sind sowohl Pkw mit Heckmotor als auch hoch bauende Vans und Transporter sowie Anhänger-Gespanne“.

Ab Windstärke 5 bis 6 wirkt sich der Seitenwind negativ auf das Fahrverhalten aus. Mit hochgewirbelten Gegenständen und abgebrochenen Ästen – insbesondere in Waldgebieten – muss ab Windstärke 8 gerechnet werden. Diese Windstärken kommen vermehrt an der Küste und in den Höhenlagen vor, können aber auch im Binnenland auftreten.

Mit Seitenwindassistenten für Pkw und Transporter sowie mit Antischlingersystemen für Hänger-Gespanne arbeitet die Fahrzeugindustrie daran, die negativen Auswirkungen von Seitenwind zu kompensieren. Dennoch gilt laut Heise: „Reduzierte Geschwindigkeit und besondere Vorsicht ist an windigen Tagen immer noch der beste Schutz.“

Der ACE Auto Club Europa gibt Tipps, wie man seine Fahrweise am besten auf stürmische Gegebenheiten einstellt.

ACE-Verhaltenstipps bei starkem Wind und Sturm:

Passen Sie Ihre Fahrweise den Witterungsbedingungen an. Besondere Vorsicht ist dort angeraten, wo das Gefahrenzeichen 117, Seitenwind, aufgestellt ist. Achten sie beim Befahren von Talbrücken auf die installierten Windsäcke. Je mehr diese Signalisierungen in der waagerechten sind, umso stärker bläst der Wind. In Böen kann sich die Windgeschwindigkeit kurzfristig mehr als verdoppeln.

Die Einflüsse von Seitenwind auf das Fahrzeug steigen mit der gefahrenen Geschwindigkeit. Anfällig für Seitenwind sind vor allem Wohnmobile und Wohnwagengespanne sowie Busse und Brummis. Diese Fahrzeuge können im schlimmsten Fall sogar umkippen.

Abgefahrene Reifen und defekte Stoßdämpfer können die negativen Auswirkungen von Seitenwind auf das Fahrzeug verstärken. Dachlasten wie Fahrräder oder Skiboxen erhöhen aufgrund der größeren Aufprallfläche die Wirkung des Windes.

Besonders aufpassen sollte man im Bereich von Brücken, Waldschneisen und Tunnelausfahrten. Auch das Ende von Wällen und Lärmschutzwänden ist für verstärkten Windeinfall bekannt. Behalten sie Bäume und Büsche im Auge. Sich stark bewegende Baumwipfel deuten auf hohe Windgeschwindigkeiten hin. Wo bereits Blätter über die Straße fegen, muss auch mit abgebrochenem Astwerk gerechnet werden. Bei starkem Wind sollte das Fahren in Waldgebieten vermieden werden. Es besteht die Gefahr umstürzender Bäume.

Vorsicht beim Überholen von Lastwägen oder Bussen. Im Windschatten des überholten Fahrzeugs fällt die Windlast weg. Beim Verlassen des Windschattens wird das Motorrad dann abrupt vom Seitenwind erfasst. Werden LKW überholt, sollte damit gerechnet werden, dass diese bei starken Seitenwind aus der Spur geraten können, gerade bei LKW mit hohem Aufbau ist Vorsicht geboten da ihre Seitenflächen, wie große Segel, dem Wind eine große Angriffsfläche bieten.

Bei stürmischem Wetter das Lenkrad gut festhalten und auf Lenkkorrekturen eingestellt sein. Regnet es, sollte der Scheibenwischer beim Überholen eines Lastwagens eine Stufe höher gestellt werden, um trotz wehender Gischt-Fontänen klare Sicht zu behalten. Mit angepasster Geschwindigkeit fahren, nur so behält man das Fahrzeug unter Kontrolle. Wird das Fahrzeug von einer Böe erfasst, hilft behutsames Gegenlenken.“

Quelle Pressemitteilung: Auto Club Europa, ACE

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