Kann Griechenland die Schulden überhaupt zurückzahlen?

Die Wahl in Griechenland ist entschieden, die neue Regierung steht. Nun stellt sich natürlich für die Euro-Zone die Frage, in wie weit das Land dazu in der Lage sein wird, seine hohen Schulden zu tilgen. Wird Griechenland gar bald aus der Währungsunion austreten müssen und damit den befürchteten Grexit vollziehen? Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Vorsitzende der Bundestags-Fraktion der Linken, hat heute beim Nachrichtensender n-tv Stellung zum Wahlausgang in Griechenland bezogen.

„Wagenknecht, Linken-Fraktionsvize: „Griechenland hat heute eine Schuldenquote von 175 Prozent der Wirtschaftsleistung – ein Land kann solche Schulden nicht zurückzahlen“

Sahra Wagenknecht, Linke, stellvertretende Vorsitzende der Bundestags-Fraktion, heute bei n-tv zum Wahlausgang in Griechenland

Zu den Schulden Griechenlands:

„Griechenland hat heute eine Schuldenquote von 175 Prozent der Wirtschaftsleistung. Man erinnere sich, als die sogenannte Rettung anfing, da waren es erst 130 Prozent. Ein Land kann solche Schulden nicht zurückzahlen. Natürlich zeigt es auch, wie völlig verfehlt die Politikdiktate und die Auflagen waren, die man Griechenland gemacht hat. Denn dadurch ist ja die Wirtschaft so eingebrochen, ist die Arbeitslosigkeit so gestiegen und damit natürlich die Chance, irgendwelches Geld zurückzuzahlen, eher gesunken.“

Zur Wirkung des Wahlergebnisses auf ganz Europa:

„Ich glaube, dass wir in ganz Europa eine andere Politik brauchen. Wir haben ja jetzt seit Jahren eine sogenannte Rettungspolitik erlebt, die Milliarden und Abermilliarden an öffentlichen Geldern nicht etwa in die Krisenstaaten gebracht hat, sondern vor allen Dingen an die Banken, an die Hedgefonds gezahlt hat, damit die sich aus der Verantwortung stehlen können. Dort hat man Verluste nicht realisiert. Jetzt ist der Steuerzahler in der Haftung. Gleichzeitig wurde europaweit die Ungleichheit immer größer, die Mittelschicht schmaler, die Armut ist gewachsen. Das ist ein völlig falsches Konzept. Und wir haben in Europa überall so obere ein Prozent, auch in Griechenland, deren Vermögen in der ganzen Krise immer größer geworden ist. Und an deren Vermögen muss man ran. Das ist ja auch eine wesentliche Forderung von Syriza und ich denke, das ist tatsächlich etwas, was auch in anderen europäischen Ländern dringend notwendig wäre.“

Zur künftigen Regierungskoalition:

„Offenbar ist die Einschätzung in Athen so, dass es zumindest so viele Gemeinsamkeiten gibt, dass es zum Regieren reicht. Soweit ich weiß, lehnen die ‚Unabhängigen Griechen‘, wie sie sich nennen, auf jeden Fall diese Kürzungsdiktate ab. Sie sind auch der Meinung, dass man die Korruption bekämpfen und dass man die Oberschicht zur Kasse bitten muss. Also da sind Gemeinsamkeiten da. Es wird sicherlich keine leichte Regierungspolitik werden in diesem Bündnis.““

Quelle Zitate: n-tv

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