Inflationsrate bei 2,0 Prozent- Lohnt sich Sparen überhaupt noch?

Vergangene Woche hat das Statistische Bundesamt die Inflationsrate für September 2012 bekannt gegeben. Mit 2,0 Prozent liegt der Verbraucherpreisindex zwar auf einem noch erträglichen Wert für die Bürger unseres Landes, für Sparer bedeutet die vergleichsweise hohe Inflationsrate einen herben Einschnitt bei den Sparzinsen.

Denn: der Leitzins liegt auf einem historisch niedrigen Wert von 0,75 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz für die Banken ist damit so niedrig wie nie zuvor in der Eurozone, umso tiefer sinken deshalb auch die Sparzinsen.

Während die drei Leitzinssenkungen anfangs erst einen starken Ruck bei den Festgeldzinsen mit sich brachten, sanken inzwischen auch die Zinsen für Tagesgeld rapide – von Sparbuchzinsen gar nicht mehr zu reden, diese waren bereits vorher schon recht tief gesunken.

Die Frage, die sich viele Sparer nun verständlicherweise stellen, ist eindeutig: Lohnt sich Sparen überhaupt noch, oder kann man das Geld am besten gleich unter die Matratze zuhause legen, um es wenigstens bei einem Zusammenbruch der Eurozone noch sicher bei sich zu haben.

Eine einfache Antwort lässt sich darauf jedoch nicht geben. In den letzten Wochen sind vermehrt Experten zu ihren Anlageempfehlungen befragt worden. Die einen empfehlen Aktien, die anderen lernen Wertpapiere ganz ab. Andere kaufen deutsche Staatsanleihen, ob diese inzwischen teilweise sogar negativ verzinst werden. Und wieder andere setzen auf Sachanlagen wie Gold und Immobilien, auch angesichts der niedrigen Zinsen für Baukredite und Immobilienkredite.

Aber ein Teil des Geldes, das man zur Seite legen kann, sollte durchaus auch immer eine kurzfristige Anlageart sein, die schnell abrufbar ist, ohne dass es dabei zu einem Verlust an Zinsen und Rendite kommt. Eine solche Sparmöglichkeit ist das Tagesgeld, das sich inzwischen in Deutschland sehr etabliert hat als Anlageart und das stetig neue Verbraucher von sich zu überzeugen weiß.

Doch für welches Tagesgeldkonto man sich letztlich entscheidet, hängt oft von ganz verschiedenen Faktoren ab. Der eine kann der Neukunden-Bonus sein, den derzeit mehrere Banken bieten. Das andere kann der gleiche Zinssatz für Neukunden wie Bestandskunden sein. Und wieder andere setzen lieber auf einen Garantiezins als auf eine variable Verzinsung beim Tagesgeld.

Sparen ist deshalb besonders in einer Niedrigzinsphase schwierig, wie wir sie gegenwärtig erleben. Und das Damoklesschwert einer weiteren Leitzinssenkung steht immer noch im Raum. Anfang November tritt der Rat der Europäischen Zentralbank wieder zusammen, um über die Zinssätze für geldpolitische Maßnahmen in der Eurozone zu entscheiden. Damit könnte auch der Hauptrefinanzierungssatz 2012 noch sinken. Ob es soweit kommt, bleibt nun abzuwarten. Die Strompreise werden indes weiter steigen, die Preise für Heizöl durch die begonnene Heizperiode vermutlich auch. Ein Ende der Preisspirale ist damit nicht in Sicht, ein Ende der niedrigen Sparzinsen jedoch auch nicht.

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