Inflation als Chance

Finanzkrise: Droht die Inflation von damals?

Einführung „Inflation“

Die Finanzkrise schlägt weiter um sich. Immer mehr Unternehmen geben bekannt, dass Auftragszahlen einbrechen und demzufolge Stellen abgebaut werden müssen. Fachleute haben lange vor dem Platzen der Blase gewarnt, doch geglaubt hat ihnen niemand. Nun ist es zu spät. Doch die negativen Prognosen für die Zukunft scheinen auch jetzt kein Ende zu nehmen:  Einige Experten befürchten nämlich, dass uns bald eine dramatische Inflation bevorstehen wird, die mit der von 1914 – 1923 zu vergleichen ist.

Damals hat die Inflation Schaden in unvorstellbaren Dimensionen angerichtet. Während sich viele vor einer solchen Entwicklung in der globalen Wirtschaft fürchten, sehen andere in der Inflation die Chance auf Besserung. Sollte wirklich eine solche Inflation eintreten, würden sich Politiker nämlich viel intensiver mit dem Problem Finanzkrise auseinandersetzen. Zurzeit ist es noch so, dass die eigentliche Problematik zumindest in der Öffentlichkeit verharmlost wird. Entgegen den Prognosen aus den Medien, erwarten die meisten Experten keine baldige Besserung der Situation und prognostizieren sogar weitere Insolvenzen und wesentlich höhere Arbeitslosenzahlen als momentan noch angenommen wird. Die Kernfrage, ob eine Inflation wie in den Jahren 1914 – 1923 zu erwarten ist, wird in dem folgenden Artikel näher erläutert. Darüber hinaus werden beispielsweise die Gefahren der aktuellen Krise aufgezählt und die Bedeutung des Wortes Inflation erklärt.

Was ist Inflation?

Während sich Politiker über die Inflation in Deutschland sorgen, weiß so manch ein Bürger noch nicht einmal, worum es sich dabei überhaupt handelt. Kurz gesagt handelt es sich bei einer Inflation um eine Geldentwertung. Die letzte Inflation in Deutschland liegt etwa 85 Jahre zurück. Einige Experten erwarten, dass die Inflationsrate in den kommenden Jahren um ein Vielfaches steigen wird. Teilweise ist sogar die Rede von 10 Prozent. Eine Inflation entsteht in der Regel dann, wenn mehr Geld als Waren vorhanden ist. Nach Kriegsende hat sich Deutschland verpflichtet, Reparationszahlungen an andere Länder zu bezahlen. Da aufgrund des langen Krieges nur noch sehr wenig Geld vorhanden war, hat man sich dazu entschlossen einfach Geld nachzudrucken. Schnell war wesentlich mehr Geld auf dem Markt als Gegenwert in Waren. Die Inflation war vorprogrammiert. Erst durch eine Währungsreform hat man es geschafft, die Notbremse zu ziehen und die Inflation zu stoppen.

Entstehung der jetzigen und damaligen Krise

Die Frage nach der Entstehung einer Krise wird sich in der Regel immer zu spät gestellt. Die Finanzkrise früher ist mit der aktuellen Krise generell nicht zu vergleichen. Damals war es nämlich in erster Linie der Krieg, der für die dramatische Entwicklung in der Wirtschaft verantwortlich war. Die momentane Krise ist hingegen auf die risikoreichen und gierigen Banker vor allem in den USA zurückzuführen. Diese haben aus reiner Profitgier viel zu spekulative Anlagen vermittelt und beworben. Die zumeist unwissende Bevölkerung hat den scheinbar logischen Aussagen der Bankberater Glauben geschenkt. So haben Millionen von Anleger ihr Erspartes in Anlagen investiert, die absolut unsicher und viel zu spekulativ waren. Gerade in den USA haben sich die Banken oftmals völlig falsch verhalten. Nicht nur die Tatsache, dass sie der Bevölkerung unsichere Anlagen vermittelt haben, sondern auch, dass Bonitätsprüfungen bei Krediten nur sehr selten durchgeführt wurden, hat diese aktuelle Krise erst ermöglicht.

Über viele Jahre entstand eine riesige Blase, die mit der momentanen Krise jetzt geplatzt ist. Banken drehten plötzlich den Geldhahn zu und verlangten von den Schuldnern von dem einen Monat auf den anderen wesentlich höhere Tilgungssummen. Es war von Anfang an abzusehen, dass viele Amerikaner dieser hohen finanziellen Belastung nicht standhalten konnten. Aus diesem Grund verloren Tausende Amerikaner innerhalb kürzester Zeit ihr Haus. Danach machten sich die Folgen der schlechten amerikanischen Wirtschaftslage relativ schnell auch in anderen Ländern bemerkbar. Nun haben viele Menschen Angst vor einer Inflation, wie Deutschland sie bereits nach dem Krieg erlebt hat. Aber wie groß ist die Gefahr, dass uns eine derartig intensive Geldentwertung droht?

Rückblick Inflation 1914 – 1923

Viele fragen sich noch heute wie es dazu kommen konnte, dass in den Jahren von 1914 – 1923 eine solch intensive Geldentwertung stattfinden konnte. Der Hauptgrund für die damalige Inflation lag in erster Linie beim Ersten Weltkrieg. Deutschland hat sich nach einem verlorenen Krieg dazu bereiterklären müssen, hohe Reparationszahlungen zu leisten. Diese enorme finanzielle Belastung hat die damalige Politik auf die Idee gebracht, einfach Geld nachzudrucken. Anstatt das Geld zum Beispiel durch höhere Steuern einzunehmen hat man sich also dazu entschlossen einfach neues Geld zu drucken, um damit die Schulden zu bezahlen.

Nachdem das neue Geld dann jedoch in Umlauf gekommen ist, fand eine Inflation statt wie Deutschland sie noch nicht erlebt hat. In den Jahren von 1914 – 1923 entwickelte sich die Inflation so schlecht, dass Mitarbeiter ihren Lohn in Wäschekörben ausgezahlt bekamen. Auch für den einfachen Besuch im Supermarkt mussten die Kunden Geld in Tragetaschen mitbringen. Aber wie hat man es geschafft die kontinuierliche Geldentwertung zu stoppen? Das gelang nur durch eine komplette Währungsreform. Man hat sich in der Politik nach einiger Zeit nämlich dazu entschlossen eine neue Währung einzuführen. Vorab hat man versucht die Bürger mit hohen Banknoten wie zum Beispiel einem 50 Millionen Mark Schein zu entlasten. Die neue Währung war die deutsche Reichsmark. Eine Billion Papiermark konnte man zu einer Reichsmark umtauschen. Erst nach der Währungsreform ging es mit der deutschen Wirtschaft langsam wieder bergauf. Die Reichsmark war in der Zeit nach der Inflation (1924) bis 1948 offizielles Zahlungsmittel in Deutschland.

Gefahren der momentanen Krise

Erst einige Zeit nach Entstehung werden die eigentlichen Gefahren einer globalen Finanzkrise erkennbar. Doch inwiefern sind wir über aktuelle und zukünftig drohende Gefahren aufgeklärt? Sind wir bereits über Gefahren der momentanen Krise informiert oder übertreiben die Medien ganz einfach nur?

Dass die Gefahren einer Krise wie wir sie momentan erleben nicht alle auf einmal und zu Beginn der Krise sichtbar werden, sollte jedem klar sein. Aber welche Gefahren kennen wir und vor welchen müssen wir uns gegebenenfalls fürchten? Die wahrscheinlich größte berechtige Gefahr, vor der die Meisten während einer großen Finanzkrise Angst haben, ist ein Staatsbankrott. Bei einer Staatspleite sind oftmals mehrere Millionen Menschen betroffen, deren Existenz unter Umständen gefährdet sein kann. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die wirtschaftliche Schieflage von Griechenland. In erster Linie ist die weltweite Finanzkrise daran schuld, dass es dem Mittelmeerland zurzeit so schlecht geht. Aber Griechenland ist nicht das einzige Land, das von einer Staatspleite bedroht ist. Auch viele andere Länder haben mit den Folgen der globalen Wirtschaftkrise hart zu kämpfen.

Im Zuge einer Finanzkrise kann es jedoch wie in letzter Zeit in den USA zu beobachten war, zu Problemen bei Krediten kommen. Wenn Banken wegen Fehlspekulationen und mangelnder Sicherheiten plötzlich wesentlich höhere Zinsen fordern, stehen die meisten Kreditnehmer vor einem ernstzunehmenden Problem. Sie können dann die höheren Raten nicht mehr bezahlen. Die Folge ist meist Zwangsversteigerung und Obdachlosigkeit. Man kann im Grunde nur hoffen, dass sich die wirtschaftliche Lage in den verschiedenen Ländern schnell wieder stabilisiert, damit wir von weiteren Spätfolgen einer intensiven Krise verschont bleiben.

Geldverbrennung Inflation?

Dass eine Inflation nur Nachteile hat, ist meist die Meinung von Laien. Unter Umständen kann eine Inflation in gewissem Maße für eine nationale Wirtschaft auch förderlich sein. Wenn zum Beispiel ein Land hochverschuldet ist, hat es während einer Inflation die Möglichkeit günstig Schulden abzubauen. Natürlich ist eine solche Inflation nicht im Sinne der meisten Menschen. Das liegt daran, dass im Verlauf einer Inflation das Geld weniger wert wird. Wer also Bargeld besitzt, ist im Nachteil.

Eine Inflation ist also sowohl mit Vorteilen als auch mit Nachteilen verbunden. Schlecht ist es jedoch, wenn die Regierung eines Landes von einer Inflation nicht abgeneigt ist, weil dadurch Schulden schneller abgebaut werden könnten, die Bürger sich jedoch vor einer solchen wirtschaftlichen Entwicklung fürchten würden, weil Bargeld an Wert verliert. Man kann also nicht generell sagen, dass eine Inflation für die Wirtschaft eines Landes in jedem Fall schlecht ist.

Empfehlungen während der Inflation

Im Falle einer Inflation sollte man sofern möglich von Bargeld großen Abstand nehmen. Hat man nämlich Bargeld gespart, wird dies während einer Inflation ständig an Wert verlieren. In einem solchen Fall sollte man sein Bargeld in Sachwert umtauschen, indem man sich zum Beispiel ein neues Auto oder eine Immobilie zulegt. Sachwerte sind von einer Inflation in der Regel nämlich fast überhaupt nicht betroffen. Wenn eine Inflation also über längere Zeit im Voraus angekündigt wird, ist es im Grunde überhaupt kein Problem sich optimal auf diese wirtschaftliche Entwicklung vorzubereiten. Werden alle notwendigen Maßnahmen frühzeitig getroffen, ist man von einer Inflation auch nur sehr minimal betroffen.

Krise als Chance

Den meisten Laien ist gar nicht klar, dass eine Krise nicht immer nur Nachteile mit sich bringen muss. Oftmals ist eine solch schlechte wirtschaftliche Entwicklung für die Zukunft eines Landes auch noch förderlich. Durch eine Krise wie wir sie momentan erleben, können die betroffenen Länder nämlich lernen. Arbeitgeber zum Beispiel können die Krise ganz besonders gut als Chance für die Zukunft sehen.

Als Arbeitgeber hat man während einer auftragsschwachen Zeit beispielsweise die Möglichkeit sein Personal weiterzubilden. Wenn nämlich viel Zeit da ist, weil es nur wenige Aufträge gibt, können Mitarbeiter bequem zum Beispiel während der Kurzarbeit noch Seminare oder Schulungen besuchen. Im besten Fall werden diese Weiterbildungsmaßnahmen dann auch noch vom Staat finanziell bezuschusst. Wenn die Krise dann nach einer Zeit erfolgreich überwunden werden konnte, ist man für die Zukunft mit qualifiziertem Personal optimal aufgestellt.

Inflation als Chance für Anleger?

Die Wirtschaftskrise wendet sich langsam wieder zum Guten. Viele Anleger haben während der Finanzkrise gestöhnt, dass ihre Ersparnisse nicht mehr viel wert sein. Dabei kommt es bei der Geldanlage in einer Krisenzeit auf die richtige Anlagestrategie an. Wer risikobehaftete Wertpapiere hält oder sein Geld anlegt bei Anbietern, die eine hohe Rendite versprechen, den wird eine Krise mit Sicherheit durchschütteln. Wer  jedoch in den Zeiten von Finanzkrisen und während einer Wirtschaftskrise seine Geldanlage richtig klar plant, für den kann eine Inflation durchaus eine Chance darstellen. Es kommt dann darauf an, auf Sachwerte zu setzen. Auf Aktien guter Unternehmen, die zukunftsorientiert arbeiten, auf Immobilien in Gegenden, in denen von einem steigenden Wert der Immobilie auszugehen ist – und auf Gold, das zwar keine hundertprozentige Sicherheit bietet, dafür aber nur sehr unwahrscheinlich seinen kompletten Wert verlieren wird. Dies wäre nur dann der Fall, wenn plötzlich überall in der Welt reiche Goldvorkommen entdeckt werden würden – und die Schürfkosten für Gold und die Prägekosten plötzlich ins Bodenlose fallen würden. Da diese Kosten derzeit bei etwa 880 US Dollar je Feinunze liegt, ist es wenig wahrscheinlich, dass der Preis für Gold in Zukunft stark unter diese Marke fallen würde – das Gegenteil könnte der Fall sein. Wenn die Prognosen für die nächsten Jahre Recht behalten sollten, wird der Wert des Goldes noch drastisch steigen – und die Geldanlage Gold ist damit eine gute Investition in die Zukunft, Inflation hin, Inflation her.