Führen niedrige Bauzinsen bald zur Immobilienblase in Deutschland?

Die Mieten steigen, die Bauzinsen sind günstig, die Zinsen für Tagesgeldkonten, Festgeldanlagen und Sparbücher geben nicht mehr viel her. Damit ist der beste Boden gelegt für viele Bundesbürger, über den Kauf oder Bau eines Hauses oder den Bau einer Immobilienwohnung nachzudenken. Doch in manchen Großstädten explodieren mittlerweile die Preise, eine Immobilienblase auch hierzulande wird damit immer wahrscheinlicher – zumindest früher oder später.

Inzwischen haben sich auch Bundesbank und EZB sowie andere Experten zu Wort gemeldet, und die Meinungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch gab kürzlich der „ZEIT“ ein Interview, in dem sie klare Worte fand, aber bislang keine akute Gefahr vorhanden sei. Buch: Wir haben es schon seit einiger Zeit mit niedrigen Zinsen zu tun, und in einer solchen Situation sind steigende Immobilienpreise nicht unüblich.“ Und weiter. „Wir wissen auch, dass das sehr gefährlich werden kann: Bei den meisten Finanzkrisen waren Übertreibungen auf den Immobilienmärkten eine wesentliche Ursache.“ Damit teilt Buch unsere Meinung, dass der Knackpunkt bei Krisen oftmals der überhitzte Immobilienmarkt der Auslöser war. Dies hat man in den USA gesehen, dies hat man in Spanien gesehen. Doch die Vizepräsidentin der Bundesbank macht deutlich: „Daher beobachten wir die Lage genau – aber wir sehen in Deutschland derzeit noch keine Übertreibungen, die eine akute Gefahr darstellen.“

Die Frage ist nun: Sollen wir nun optimistisch sein, dass es bei den Anzeichen einer Immobilienblase bleibt, aber eine solche nicht eintreffen wird? Oder sollten wir solche Aussagen letztlich nicht doch lieber in Frage stellen, und uns unsere eigenen Gedanken dazu machen? Wir glauben, eine Immobilienblase ist in Deutschland nicht mehr in allzu weiter Ferne, wenn sich das Blatt nicht bald wendet. Werden dann gar Maßnahmen auf uns zukommen, wie sie ab Oktober in Großbritannien praktiziert werden? Dort hat die Bank of England gestern den Beschluss gefasst, dass das Volumen von Baufinanzierungen und Immobilienkrediten in Zukunft von dem Einkommen des Kreditnehmers abhängig gemacht werden wird. Und das 4,5 fache seines Einkommens nicht mehr übersteigen darf. Etwa 85 Prozent der neu zu vergebenden Kredite in diesem Bereich werden von dieser Neuerung betroffen sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*