EZB-Chef unterstreicht Forderung der EU-Regierungschefs nach mehr Kontrolle der Finanzmärkte

Nicht immer waren die Taten und Worte von Jean-Claude Trichet im Verlaufe der Krise so richtig zu verstehen. Viel zu spät wurde der Leitzins eindeutig gesenkt – während zur falschen Zeit, als die Krise der Finanzwelt schon unmittelbar vor der Tür stand, der Leitzins noch einmal noch oben gesetzt worden war. Es wurde eine Abwarten-Politik regelrecht zelebriert und der Chef der Europäischen Zentralbank musste, verständlicherweise und auch völlig nachvollziehbar, viel Kritik einstecken aus allen Reihen. Nun aber scheint Herr Trichet langsam auf den Trichter gekommen zu sein.

Denn heute, einen Tag nach dem Berliner Treffen der führenden EU-Regierungschefs, meldet er sich mit deutlichen Worten. Und bestätigt mit seinen Aussagen genau das, was die Länderchefs aus Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Tschechien und eben auch unsere Kanzlerin Merkel, wollen: Eine strenge Regulierung der Finanzmärkte, um die laufende Krise schneller beenden zu und kommende Finanzwirtschaftskrisen früher abfedern zu können. Eine wichtige Rolle wird dabei wohl auch der Europäischen Zentralbank zu Eigen werden, davon kann fast ausgegangen werden. Wichtig ist, dass ein Handeln bald erfolgt. Und hier kommen gerade weitaus mehr Impulse aus Europa denn aus den USA, wo die Krise eigentlich ihren Anfang nahm.

In Paris sagte Jean-Claude Trichet deshalb, als Herr der Notenbank: „Die gegenwärtige Krise ist ein lauter und klarer Ruf, dass es einer umfassenden Kontrolle und Aufsicht über alle systemisch relevanten Finanzinstitute bedarf – besonders Hedgefonds und Rating-Agenturen. Das gilt auch für systemisch relevante Teile der Finanzmärkte, vor allem für den außerbörslichen Handel mit Derivaten.“ Klare Worte, denen man nichts mehr hinzufügen muss.

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