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Dispozinsen Test 2017 – Weiter hohe Zinsen für den Dispokredit

14 Juli 2017 Keine Kommentare

Die Zeitschrift Finanztest hat für den Dispozinsen Test 2017 mehr als 1000 Geldinstitute unter die Lupe genommen. In den aktuellen Test wurden insgesamt 1377 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken einbezogen. Der durchschnittliche Zinssatz für den Dispokredit liegt bei 9,78 Prozent p.a. Damit wird weiter zugelangt bei den Dispozinsen, obwohl die Banken selbst keinen Cent für das Leihen von Geld bei der Europäischen Zentralbank bezahlen.

Niedriger Leitzinssatz, aber hohe Dispozinsen

Der Leitzins liegt weiter bei null Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz für die Banken besagt, wie viel Geld die Kreditinstitute für das Geld leihen von der EZB bezahlen müssen. Doch viele Banken geben dies nach wie vor nicht in Form von niedrigeren Dispozinsen an ihre Kunden weiter. Wie die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer heutigen Pressemitteilung schreibt, verlangt die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost bei den Girokonten Direkt und Klassik sogar 13,75 Prozent p.a. Das Konto zu überziehen, ist teuer, und dürfte nach wie vor nicht wenige Verbraucher von einer Verschuldung in eine Überschuldung führen, wenn der Dispokredit eines Tages nicht mehr ausgeglichen werden kann.

„Nachdem inzwischen fast alle Banken ihren Dispozins im Internet veröffentlichen, hat Finanztest neue Methoden aufgedeckt, mit denen vor allem Volks- und Raiffeisenbanken im ländlichen Raum bei der Zinsanpassung tricksen. Bei anderen hapert es an der Transparenz.“ schreibt das zur Stiftung Warentest gehörende Magazin heute.

Der Referenzwert ist Pflicht, aber einige Banken tricksen

Die Banken müssen für die Dispozinsen einen Referenzwert festlegen. Ist dies seit Juni 2010 Pflicht, damit die Bankkunden in der Lage sind nachzuvollziehen, wann und wie sich die Zinsen für ihren Dispo ändern. In vielen Fällen ist entweder der Leitzins der EZB oder der 3-Monats-Euribor der Orientierungspunkt.

„Doch nicht wenige Banken tricksen“, schreibt Finanztest. „Einige senken den Dispozins nicht oder nicht mehr, wenn der Referenzzins in den Minusbereich geht.“, so die Redaktion heute. „Sie behandeln einen negativen Zins wie null. Eine andere ändert einfach ihre Zinsanpassungsklausel zuungunsten der Kunden. Dann beträgt der Zinssatz statt wie im letzten Jahr 8 Prozent plus 3-Monats-Euribor nun 10 Prozent plus 3-Monats-Euribor.“ Harsche Kritik, welche die unabhängigen Tester an den Geldinstituten üben.

Kein Ende der Zinsdiskussion in Sicht

Damit dürften die Dispozinsen auch weiterhin ein Reizthema zwischen Banken und Kunden, und zwischen Verbraucherschützern und Kunden sein. Während die Sparzinsen und die Kreditzinsen in den vergangenen Jahren im Zuge eines sinkenden Leitzinssatzes immer weiter gesunken sind, bleibt der Dispokredit nach wie vor eine teure Angelegenheit.


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