Die Schließung der noa bank und ein Statement von ÖKO-TEST

Die unabhängige Zeitschrift ÖKO-TEST hatte bereits vor Monaten ihre Bedenken hinsichtlich der gestern von der BaFin geschlossenen noa bank geäußert Inzwischen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch die Kundengelder der noa bank eingefroren (wir hatten bereits darüber berichtet). Heute hat sich ÖKO-TEST wieder zu Wort gemeldet in Sachen noa bank – und erinnert an ihre damalige Warnung, und gibt noch eine Fakten zu bedenken. Und wirft erneut eine Vermutung in den Raum, den auch andere bereits vermutet hatten: War die noa bank nur Refinanzierungsquelle für das Factoringgeschäft?

Noa-Bank am Ende

„Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat die Noa-Bank, vor der ÖKO-TEST schon im Februar warnte, am 18. August 2010 wegen drohender Überschuldung für die Kunden geschlossen und ein so genanntes Moratorium angeordnet. Das bedeutet: Die Einlagen sind eingefroren, Sparer und Anleger kommen bis auf weiteres an ihr Geld nicht heran. Die BaFin prüft jetzt, ob die Vermögenswerte der Bank ausreichen, um die Verbindlichkeiten zu decken. Sollte das nicht der Fall sein, wird die BaFin spätestens in sechs Wochen den Entschädigungsfall feststellen. Die Kundeneinlagen in Höhe von insgesamt 172 Mio. Euro sind dann bis zu einem Betrag von 50.000 Euro pro Anleger durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt.

Überraschend kommt die Schließung der Bank nicht. Wie ÖKO-TEST bereits berichtete, untersagte die Aufsicht der Noa-Bank schon seit dem 24. Juni, neue Kundeneinlagen anzunehmen und Krediten zu vergeben. Ursache dafür waren aufsichtsrechtliche Zweifel an der ausreichenden Eigenkapitalausstattung des Instituts, da seinen Geschäftszweck seit Jahresanfang erweitert hatte: Bankgründer Francois Jozic hatte mittlerweile seine Vorläufer-Firma, den Factoring-Dienstleister Quorum AG in die Noa-Bank integriert. Dessen Kapitalausstattung war aber offensichtlich zu schwach. Die nunmehr als Noa Factoring firmierende Tochter der Noa-Bank stellte am gestrigen Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag, was dann letztlich zum Moratorium führte. Kurz zuvor hatte „die andere Bank“ die Zinsen für ihr Tagesgeldkonto noch von 1,5 Prozent auf 0,75 Prozent gekürzt.

Während die Bank noch im Mai in Wirtschafts- und Finanzmagazinen als Spitzenreiter bei den Tagesgeldkonten rangierte, hatte ÖKO-TEST schon Ende Februar den Verdacht geäußert, dass die Noa-Bank in erster Linie als Refinanzierungsquelle für das Factoringgeschäft von Bankgründer Jozic dienen sollte. „Dass“, so warnten wir seinerzeit, „passt weder zum vermarkteten Image des „social bankings“, noch ist es ohne Risiko.“ Denn beim Factoring kauft die Bank den Firmen offene Forderungen ab, um diese dann später einzutreiben. Für die Vorfinanzierung ist viel Geld nötig. Ob das Geschäftsmodell hält, was es verspricht, bezweifelten wir daher schon damals- und zwar gleich aus mehreren Gründen. Von den eingesammelten 50 Millionen Euro Einlagen waren seinerzeit zum Beispiel nur 3,3 Millionen Euro an Krediten neu vergeben worden. Die überschüssige Liquidität wurde daher bei anderen Banken geparkt oder in Anleihen von Großkonzernen investiert. „Mit solchen Einlagegeschäften lassen sich die versprochenen hohen Zinsen aber nicht dauerhaft finanzieren“ warnte ÖKO-TEST. Jetzt müssen sich die Anleger zumindest für die Zeit bis zur Entschädigung mit Mini-Zinsen begnügen, sofern sie überhaupt ihre Zinsansprüche geltend machen können.

Abgesichert sind maximal 50.000 Euro pro Sparer – inkl. erzielter Zinsen. Ausgezahlt wird das Geld aber erst nach offizieller Feststellung des Entschädigungsfalls. Dann schreibt die EdB jeden Kunden an, damit er seine Ansprüche anmelden kann. Bis das Geld fließt, kann es dann noch mal bis zu drei Monate dauern.“

Quelle Pressemitteilung: ÖKO-TEST

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