Die Finanzkrise im Film? – Die Ver(w)irrung von „The International“

Als Vision gefeiert in Hinsicht auf die Finanzwirtschaftskrise gefeiert, versagt der Film „The International“ jedoch jämmerlich. Der Bezug zur aktuellen Krise ist keinesfalls gegeben, auch wenn der neue Tykwer-Film im Vorfeld so „verkauft“ wurde und damit sicherlich mehr Menschen ins Kino zieht, als er es sonst getan hätte. In Wahrheit geht es dabei lediglich um ein paar Waffengeschäfte, mit denen sich eine Bank mit mafiaartigen Strukturen ihr Geld verdient und sich all die aus dem Weg schafft, die sich lösen wollen von eben jenen Strukturen, aus welchen Gründen auch immer.

Tom Tykwer, der bekannt wurde durch „Lola rennt“ versucht hier, mit vielen Ortswechseln den fehlenden Inhalt von „The International“ wett zu machen – und scheitert eben damit jämmerlich. Eher verwirrend wirken die Ortswechsel und auch die Handlung wird ab einem bestimmten Punkt (ich sage nur Guggenheim Museum) absolut abstrus. Der Film ermüdet, und man bleibt irgendwann nur deshalb noch sitzen, weil man denkt, es könnte ja doch noch etwas Wichtiges passieren. Doch der Schluss ist ein Sinnbild für „The International“ – völlig an den Haaren herbeigezogen. Es ist keine gute Arbeit, die Tykwer da abgeliefert hat, und es ist auch kein Film, der in Erinnerung bleiben wird. Nur eines kann Tom Tykwer in seiner Filmographie letztlich als zusätzlichen Punkt vermerken: Dass „The International“ die diesjährige Berlinale eröffnet hat, die immerhin das wichtigste Filmfestival Deutschlands ist. Sonst wird nichts bleiben außer so einigen kopfschüttelnden Zuschauern, die sich nach dem Ende des Films gefragt haben, was das Ganze eigentlich sollte. Denn die Handlung ist dünn, und wird über den ganzen Film immer dünner. Kein schönes Machwerk, ein unnötiges eher.

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