Die bösen Miesen der Dresdner Bank – Gute Miene zum bösen Untergang

Und dennoch will man es ohne eigene Hilfe schaffen. Ob das gelingt, wird sich zeigen, denn selbst die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank (deren Tochterbank übrigens die .comdirect Bank ist) scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Die Commerzbank, die im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Minus von 285 Millionen Euro hinnehmen muss, will sich unter den Rettungsschirm der Bundesregierung stellen. Die Dresdner Bank hingegen, deren Zukunft nun immer ungewisser ist, will das Ding aus eigener Kraft schaukeln. Dass diese aber kaum mehr vorhanden ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Mit 2,37 Milliarden Euro Verlust in den ersten neun Monaten dieses Jahres ist das Boot, das irgendwie immer noch zur Allianz Versicherung gehört, immer mehr am Schaukeln. Inwieweit die Dresdner Bank überhaupt noch aus der reißenden Strömung entkommen kann, ist ungewiss. Aus eigener Kraft ganz sicher nicht, dies ist bereits seit mehreren Monaten mehr als deutlich sichtbar. Die Zahlen der Dresdner Bank im Detail:

„Dresdner Bank von Finanzmarktkrise belastet
• Wertkorrekturen im Handelsbuch
• Privat- und Firmenkundengeschäft mit positivem Operativen Ergebnis
• Mit 8,1 Prozent weiterhin solide Kernkapitalquote
• Neue Produktlinie „dresdner bank direct24“ hat 500.000 Kunden

Die Ausweitung der Kapitalmarktkrise hat das Ergebnis der Dresdner Bank in den ersten neun Monaten 2008 belastet. So fielen aus Handelsaktivitäten Wertkorrekturen in Höhe von 2,1 Mrd. Euro an. Darüber hinaus war eine Risikovorsorge von 226 Mio. Euro erforderlich. Dadurch sank das Operative Ergebnis auf minus 1,7 Mrd. Euro. Bereinigt um die Effekte aus der Finanzmarktkrise erzielte die Dresdner Bank im laufenden Geschäft in den ersten drei Quartalen 2008 ein positives Operatives Ergebnis in Höhe von rund 600 Mio. Euro.
Das gesunde Kerngeschäft der Dresdner Bank zeigt sich im Zinsüberschuss, der sowohl im Privat- und Firmenkundengeschäft als auch im Investmentbanking gesteigert werden konnte. Für den Dresdner-Bank-Konzern insgesamt stellte sich der Zinsüberschuss per Ende September 2008 auf rund 2 Mrd. Euro.
Beim Provisionsüberschuss machte sich erneut die Kapitalmarktkrise bemerkbar. Er sank um 463 Mio. Euro auf 1,7 Mrd. Euro.
Besonders im Handelsergebnis wirkten sich die Belastungen aus der Finanzmarktkrise aus. Es ging in den ersten drei Quartalen 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Mrd. Euro auf minus 1,5 Mrd. Euro zurück. Vor allem Wertberichtigungen auf Collateralised Debt Obligations (CDOs) und US-Residential-Mortgage-Backed-Securities (US-RMBS), aber auch Belastungen im Zusammenhang mit Monolinern waren für den Rückgang verantwortlich.
In der Summe reduzierten sich die Operativen Erträge auf 2,2 Mrd. Euro.

Kosten, Risiko und Kapital
Die Operativen Aufwendungen sanken in den ersten neun Monaten 2008 um 4,0 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Dies betraf sowohl die Personal- als auch die Sachaufwendungen. Die Risikovorsorge stieg um 261 Mio. Euro auf 337 Mio. Euro.
Unter dem Strich weist die Bank ein negatives Ergebnis von 2,4 Mrd. Euro aus nach einem Plus von 858 Mio. Euro vor Jahresfrist. Aus der Reklassifizierung von Anlagen ergab sich ein positiver Effekt auf das Ergebnis im Umfang von 415 Mio. Euro.
Die Dresdner Bank verfügt zum 30. September trotz der Belastungen infolge der Finanzmarktkrise über eine wettbewerbsfähige Kernkapitalquote von 8,1 Prozent – nach 9,3 Prozent Ende Juni 2008 und 9,1 Prozent zum Jahresende 2007.

Im Unternehmensbereich „Private & Corporate Clients“ (PCC) wirkte sich die spürbare Zurückhaltung der Kunden bei Wertpapiergeschäften infolge der Unsicherheit an den Kapitalmärkten aus. Dadurch sanken die Operativen Erträge um rund 7 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Bei etwas verminderten Kosten nahm das Operative Ergebnis um 27 Prozent auf 458 Mio. Euro ab. Damit erwirtschaftete PCC eine Rendite auf das Risikokapital (RoRAC) in Höhe von 21,9 Prozent.
Die Kundenzahl konnte von Januar bis September 2008 um mehr als 100.000 auf 6,6 Mio. gesteigert werden. Dazu hat die neue Produktlinie „dresdner bank direct24“ maßgeblich beigetragen. Sie wurde Anfang November bereits von mehr als 500.000 Kunden genutzt, davon sind etwa ein Viertel Neukunden. Mit marktführenden Konditionen verzeichnete die Angebotslinie ein Einlagenvolumen von gut 8,3 Mrd. Euro.

Die Operativen Erträge des Unternehmensbereichs „Investment Banking“ waren aufgrund der hohen Wertkorrekturen im Handelsbuch mit 275 Mio. Euro negativ. Bei verminderten Kosten und aufgestockter Risikovorsorge lag das Operative Ergebnis bei minus 2,2 Mrd. Euro. Dabei konnten Kerngeschäftsfelder der Investmentbank trotz der Finanzmarktkrise die Erträge steigern: Das Geschäftsfeld Global Loans & Transaction Services, unter anderem mit Cash Management und International Products, erzielte einen Zuwachs um 33 Mio. Euro auf 424 Mio. Euro. Fixed Income, Currencies & Commodities konnte die Erträge um ein Drittel auf 844 Mio. Euro ausweiten.“

(Quelle: Dresdner Bank)

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