Der heftige Absturz aus der Gewinnzone – Die gelbe Bank in den roten Zahlen

Noch im Jahre 2007 hatte die Postbank einen Gewinn von 856 Millionen Euro vorweisen können, darauf folgte aber das rabenschwarze Jahr 2008. Statt ins Plus ging es fast mit den gleichen Zahlen, nur mit einem Minus davor in den Abgrund, ein Absturz um nahezu 196 Prozent. Auch das Zahlen einer Dividende für das vergangene Jahr wurde gestrichen. Dennoch stieg der Kurs der Postbank-Aktie auf inzwischen mehr als fünf Prozent Plus. Trotz der bitteren roten Zahlen scheinen die Anleger froh zu sein, dass die Erwartungen der Analysten, die einen noch größeren Verlust vorausgesagt hatte, dann doch nicht eintrafen. Der größte Teil des Verlustes, ein Minus von 710 Millionen Euro, fiel dabei im schweren vierten Quartal des letzten Jahres, also in den Monaten Oktober bis Dezember 2008 an.

Der EBIT, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen beträgt minus 974 Millionen Euro für das Jahr 2008 nach plus 992 Millionen Euro im Jahr davor. Dafür stieg die Eigenkapitalquote von 6,9 Prozent im Jahr 2007 auf 7,4 Prozent im Gesamtjahr 2008. Dabei ist ein großer Unterschied zum dritten Quartal des vergangenen Jahres zu erkennen, in diesem Zeitraum lag die Eigenkapitalquote noch bei 5,5 Prozent. Dies ist vielleicht die wichtigste Nachricht, die man aus den ganzen Zahlen der Postbank AG herausfiltern kann. Denn: Die Eigenkapitalquote ist eine Art Sensor dafür, wie gut es einem Unternehmen finanziell geht. Je niedriger sie ist, desto schlechter steht ein Unternehmen da und desto brüchiger ist auch seine finanzielle Stabilität. Eine gestiegene Eigenkapitalquote bedeutet jedoch eine verbesserte Stabilität. Also gute Aussichten zumindest hier für die Postbank.

Doch bei allen negativen Zahlen kommt auch ein positiver Ausblick seitens der Postbank:
„Die Postbank wird im Einklang mit ihrem Aktionsplan die konsequente Konzentration auf das Kundengeschäft sowie die Reduzierung von kapitalmarktbedingten Risiken und Beständen noch stärker fokussieren. Angesichts der guten operativen Entwicklung – mit stabilen Erträgen aus dem Kundengeschäft und der soliden Refinanzierungsbasis – sieht die Postbank sich gut aufgestellt. Sie will im Rahmen ihres Strategieprogramms „Next Step“ das Kundengeschäft konsequent weiterentwickeln. Den eingeschlagenen Weg, Kapitalmarktbestände und Risiken abzubauen, wird sie weiter verfolgen. Ziel ist es mittelfristig, den aus dem Kundengeschäft resultierenden Zins- und Provisionsüberschuss zu stärken. Dem für Schwankungen anfälligeren Handels- und Finanzanlageergebnis soll eine wesentlich geringere Bedeutung zukommen. Auch das Kostenmanagement will die Bank trotz bereits erzielter Erfolge nochmals intensivieren. Die Postbank hält an ihrem Ziel fest, mittelfristig und nachhaltig wieder eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*