Der Abschied von einer genialen Idee – Dell verkauft seine Fabriken

Der Name „Dell“ ist schon seit Jahren nicht nur unter eifrigen PC-Nutzern ein Begriff. Auch viele andere, welche die ersten Schritte an einen PC wagen, kennen den Hersteller von Computern. Nun will genauer dieser Konzern, der bekannt geworden ist dadurch, dass er die PCs, die er verkauft, auch selbst komplett herstellen lässt – was ein absolutes Novum in der Branche ist – ein paar seiner Fabriken schließen lassen. In Gerüchten ist sogar die Rede von der Schließung aller eigenen Fabriken. Damit würde Dell genau das verlieren, was das Unternehmen immer so anders, so besonders, so besser gemacht hat.

Grund der bevorstehenden Schließung ist ein Gewinneinbruch beim in aller Welt bekannten Hersteller von Desktop-PCs. Gleich um 17 Prozent ging der Gewinn im zweiten Quartal dieses Jahres zurück, eine schwere Marke, die kein Unternehmen so schnell wegsteckt. Dazu kommt ein Einbruch des Aktienkurses um fast 28 Prozent binnen eines Jahres. Das muss verdaut werden und es müssen Überlegungen angestellt werden, wie man sich aus der Misere wieder herausziehen kann.

Dell soll nun Angebote an so genannte Auftragshersteller von PCs gerichtet haben, dies schreibt zumindest das „Wall Street Journal“. Auch wird erwartet, dass der PC-Eigenhersteller in den nächsten Monaten einige seiner Fabriken dichtmacht – wenn nicht möglicherweise sogar alle. Dabei geht es um die Reduzierung von Kosten und der Steigerung der Rentabilität. Seit die Nachfrage auf dem Markt vermehrt auf Laptops umgestiegen ist, ist Dell am Taumeln. Die Fabriken, die geschlossen werden sollen, sind auf die Herstellung von Desktop-PCs spezialisiert.

Doch ganz so einfach wie es scheint, ist es wohl doch nicht. Zwei wichtige Tatsachen könnten einem Verkauf der Fabriken in den USA im Wege stehen. Durch die hohen Lohnnebenkosten in den USA gehen viele Hersteller lieber ins asiatische Ausland oder nach Indien, um hier nicht noch durch diese Kosten belastet zu werden. Ein Verkauf könnte also sehr schwer werden, und ohne einen Verkauf müssten leerstehende Fabriken instand gehalten werden, was wiederum neue Kosten aufwerfen würde. Eine zweite, und noch wichtigere Tatsache: Dell ist in einigen Bundesstaaten der USA langfristig gebunden durch Investmentziele und Beschäftigungsziele. Wie sich das Unternehmen hiervon befreien will, ist nicht bekannt. Denn dazu gibt es bisher genauso wenig eine Stellungnahme, wie zu den geplanten Fabrikschließungen generell.

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