CeBIT 2014 Bundesinnenminister de Maizière übernimmt Schirmherrschaft für Public Sector Parc

Vom 10. bis 14. März wird in Hannover die diesjährige CeBIT ihre Tore öffnen. Ein wichtiges Thema wird dabei der Weg in die vernetzte Verwaltung sein, wobei unter anderem neue Anwendungen für den Personalausweis, Demokratie aus der Wolke, die eRechnung und die E-Akte wichtige Rollen in Sachen Zukunft spielen werden. Dabei ebenfalls nicht unter den Tisch fallen soll das Thema Sicherheit, das mehr denn je von Bedeutung ist in einer Zeit der Vernetzung von Behörden und von Bürgern mit den Behörden. Dass der Bundesinnenminister de Maizière die Schirmherrschaft für diesen wichtigen Parcours auf der CeBiT übernimmt, kann sicher auch als eine Art Zeichen verstanden werden, dass Deutschland in Richtung Zukunft unterwegs ist.

„Thomas de Maizière übernimmt Schirmherrschaft für Public Sector Parc

–         CeBIT zeigt Weg in vernetzte Verwaltung
–         Erste Schritte in Richtung Demokratie 2.0
 
Hannover. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière übernimmt im März 2014 die Schirmherrschaft für den Public Sector Parc – auch, weil das diesjährige CeBIT-Topthema Datability für die öffentliche Verwaltung wichtig ist. „Wenn wir die Chancen der intelligenten Auswertung und Verknüpfung von Daten richtig nutzen wollen, müssen wir uns jetzt mit neuen Methoden und Technologien, aber auch neuen Sicherheitsanforderungen auseinandersetzen“, betont de Maizière. „Das Leitthema ‚Datability‘ zeigt daher nicht nur die Zukunft der digitalen Verwaltung auf, sondern es macht auch auf die wichtigen Schnittstellen zwischen Politik, Wissenschaft und der deutschen sowie internationalen IT- und Internetwirtschaft aufmerksam.“ Der Bundesinnenminister eröffnet den Public Sector Parc am CeBIT-Montag, 10. März, um 10 Uhr im gleichnamigen Forum in Halle 7 (D14).
 
Von neuesten Anwendungen für den Personalausweis, schnellen Online-Bürgerservices bis hin zur Planungssoftware für Kindergartenplätze – im Public Sector Parc auf der CeBIT zeigen Unternehmen, dass der Einsatz von IT den Umgang mit Behörden und behördliche Abläufe schneller, besser und bequemer gestalten kann.
 
Neue Anwendungen für den Personalausweis mit Online-Funktion

Auf mehr als 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche stellt das Bundesministerium des Innern (BMI) innovative Lösungen zur Vernetzung von Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung vor (A58). Eines der interessantesten Projekte ist das geplante Hochwasser-Informationssystem aus dem Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation, hinter dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) steht. Auf der CeBIT sind erste Skizzen des vernetzten Systems zu sehen, das Daten von verschiedenen Bundes- und Landesbehörden, führenden Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen zusammenführt.
In das Konzept zur gezielten Warnung betroffener Regionen sollen auch aktuelle Informationen von satelliten- oder luftgestützten Sensoren und Meldungen von Bürgern (Stichwort: Crowdsourcing) einfließen. Ein weiterer Schwerpunkt zum Thema „Sichere Identität“ illustriert anhand praktischer Beispiele von Kommunen und Kooperationspartnern aus der Wirtschaft die Einsatzmöglichkeiten der verschlüsselten De-Mail und des elektronischen Personalausweises mit Online-Funktion (eID).
 
Unter der Federführung des Münsteraner IT-Dienstleisters citeq stellt sich Nordrhein-Westfalen auf der CeBIT als Modellregion für den neuen Ausweis vor: Komfortable Antragsverfahren sollen die Bürger in Großstädten wie Dortmund, Düsseldorf oder Wuppertal motivieren, kommunale Dienstleistungen verstärkt online zu beantragen. Wer zu Hause keinen Computer mit dem passenden Lesegerät hat, kann seine Angelegenheiten an öffentlich zugänglichen Bürgerterminals erledigen. Ein Prototyp steht auf dem NRW-Stand (B39).
 
Für Unternehmen, aber auch für Behörden, und Institutionen ist der Schutz von Daten, Wissen und Technologie bedeutend geworden. Die Bundesdruckerei GmbH präsentiert auf der CeBIT (C18) ihren Full ID | Governance Lösungsbaukasten. Dieser bietet Unternehmen, Behörden und Institutionen passende Technologien, Dienstleistungen und Know-how, um sie bei der Umsetzung von Prozessen zu unterstützen. Mit Full ID | Governance können Organisationen ihre Informationen durchgehend schützen: Angefangen vom Zutritt an der Pforte und zu Hochsicherheitsbereichen über die sichere Kommunikation und Datenverwaltung, dem Dokumenten- und Workflow-Management bis hin zur Benutzer- und Rechteverwaltung und Schulungen zur Exportkontrolle, Compliance und IT-Sicherheit.
 
Grenzüberschreitendes Pilotprojekt und Demokratie aus der Wolke

Öffentliche Stellen sind die größten Auftraggeber in der EU. Das Fehlen von einheitlichen Formaten, Prozessen und Rechtsvorschriften für die Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen stellt aber ein gravierendes Hindernis für den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr in Europa dar. Das österreichische Bundesrechenzentrum präsentiert in Hannover den aktuellen Stand des EU-Projekts „PEPPOL – Pan-European Public Procurement On-Line“. Gemeinsam mit 18 Partnern wurde eine grenzüberschreitende Pilotlösung entwickelt, die nationale Lösungen verbinden und auf die gleichen Standards ausrichten soll (C40; Partner beim Hessischen Landesministerium des Innern).
 
Das Teilen von Wissen, Ressourcen und Erfahrung gewinnt in der Arbeitswelt immer stärker an Bedeutung. Mit dem Einsatz moderner und leistungsfähiger Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt IT.Niedersachsen (ehemals Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, LSKN) diesen Trend und präsentiert Lösungen für eine kostengünstige und zugriffsgeschützte elektronische Archivierung.
Weitere Themen sind SharePoint als Kollaborationsplattform der Zukunft und Lösungen für das Mobile Device Management, die eine standortunabhängige Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung fördern sollen (C28).

Einen ersten Schritt in Richtung Demokratie 2.0 geht die „Bürger-Cloud“ des Sicherheitsspezialisten ecsec (E24), die künftig in Bayern sogar Volksbefragungen über das Internet realisieren soll. Voraussetzung für die Nutzung des Dienstes wird der Personalausweis mit elektronischem Identitätsnachweis sein. Zudem sollen Interessierte vor einer Abstimmung aus der Datenwolke aktuelle Infos zum jeweiligen Projekt laden können. Mit diesem innovativen Konzept schaffte ecsec den Sprung unter die 100 Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2013/14.
 
Weitere interessante Anwendungen aus dem Bereich E-Government gibt es auf dem Stand der hessischen Landesverwaltung zu sehen, beispielsweise einen Justizarbeitsplatz der Zukunft (C40).
 
Antworten auf wichtige Sicherheitsfragen im öffentlichen Sektor

Bei allen Strategien zur Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben spielt das Thema Datenschutz eine herausragende Rolle. Deshalb wird der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NStGB) am 11. März beim Niedersächsischen Kommunaltag auf dem Forum Marktplatz Kommune (C70) über aktuelle Sicherheitsfragen diskutieren. Der NStGB fordert unter anderem ein Bürgerrecht auf Sicherheit im Internet. Referenten der Veranstaltung „Sicher im Internet“ sind NStGB-Präsident Dr. Marco Trips, Stephan Manke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, der Key Account Manager der Firma AVIRA, Oliver Wolf, und der Vertriebsleiter der Abteilung E-Government der Deutschen Post AG, Lothar Schindler.
 
Das E-Government-Gesetz des Bundes läutet eine neue Ära in der elektronischen Kommunikation mit Unternehmen und Bürgern ein. Der IT-Dienstleister Materna zeigt auf der CeBIT, wie Verwaltungen ihr elektronisches Service-Angebot ohne Medienbrüche gestalten können. Dabei reicht die elektronische Bearbeitung vom Online-Antrag über die sichere Identifizierung, Bezahlung, Integration ins Fachverfahren und Erstellung von Bescheiden bis hin zur Archivierung der elektronischen Akte (C17).
 
Um die effiziente Zusammenarbeit zwischen Fraktionskollegen, Gremienmitgliedern, Politik und Verwaltung im Zeitalter des E-Governments kümmert sich SOMACOS. Die Desktop-Anwendung „Mandatos“ des Spezialisten für Sitzungsmanagement-Lösungen bietet neben der Synchronisation eine sichere lokale Dokumentenverwaltung und die Integration in das Kommunikationssystem SessionNet, das speziell auf die Anforderungen von Mandatsträgern und deren Mitarbeitern abgestimmt wurde. „Mandatos“ gibt es auch als Tablet-App für das iPad (A47).

Milliarden-Einsparungen durch eRechnung und Software für Kita-Planung

Die Einführung der eRechnung soll der öffentlichen Verwaltung in der EU Einsparungen von bis zu 2,3 Milliarden Euro bringen. Die MACH AG demonstriert auf der CeBIT, wie sich die eRechnung in den elektronischen Rechnungs-Workflow einfügt und welche Rolle ein einheitliches Datenformat spielt. Das Unternehmen entwickelte die eRechnung in Partnerschaft mit dem Bundesverwaltungsamt.
 
Außerdem zeigt die MACH AG auf ihrer Ausstellungsfläche (A14), wie Behörden durch den Einsatz von Business-Intelligence-Software belastbare Planungsdaten erhalten.
 
Ein Framework für digitale Verwaltungsaufgaben wird der Erfurter Softwarehersteller PDV-Systeme auf der CeBIT vorstellen. Die „VIS Suite“ enthält einen Software-Baukasten, der alle Geschäftsprozesse im Behördenumfeld digital abbilden kann. Da die Suite auf Standardkomponenten basiert, ist die Modernisierung der Abläufe auch schrittweise realisierbar (D13).
 
Auf ein ganz anderes Einsatzfeld, das aber im kommunalen Alltag ebenfalls von Bedeutung ist, konzentriert sich die Kölner kommIT Gesellschaft für Informationstechnik (A62): Das Unternehmen präsentiert mit „Little Bird“ eine intelligente Software für die Abbildung, Vergabe und Verwaltung von Kinderbetreuungsplätzen, die bundesweit bereits von rund 1 000 Kitas und 500 Tagespflege-Einrichtungen genutzt wird. Als einzige Kita-Software soll das Programm nach Angaben des Ausstellers eine vorausschauende Bedarfsplanung liefern, sodass Kommunen Veränderungen frühzeitig erkennen und den Kita-Ausbau danach ausrichten können.
 
Einführung der E-Akte bis zum 1. Januar 2020

Das im vergangenen Jahr verabschiedete E-Government-Gesetz sieht in Deutschland die Einführung der E-Akte bis zum 1. Januar 2020 vor. Einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting zufolge („Branchenkompass Public Services“) haben aber 86 Prozent aller IT-Verantwortlichen in Behörden auf dem Weg in die vernetzte Verwaltung noch Medienbrüche und Schnittstellenprobleme zu bewältigen. Die Hälfte der 100 befragten Entscheider aus deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen klagt zudem über mangelnde interne Akzeptanz der digitalen Angebote. Dabei sind die Vorteile einer vernetzten IT-Infrastruktur unumstritten: 78 Prozent der Umfrageteilnehmer konnten mit E-Government-Lösungen bereits ihre internen und externen Arbeitsabläufe beschleunigen. Weitere wichtige Treiber für die E-Akte sind die Platz sparende Archivierung und die Revisionssicherheit.“

Quelle Pressemitteilung: Deutsche Messe

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