Beiträge zur Kfz-Versicherung Pay-as-you-drive hat Potenzial

Die Beiträge zur Kfz-Versicherung könnten bald ganz anders als früher berechnet werden. Das Stichwort dabei heißt: PAYD = „Pay-as-you-drive“. Was so viel bedeutet wie „Zahle, wie du fährst“. Damit müssten die Autofahrer, die risikoreicher fahren und möglicherweise schon den einen oder anderen Versicherungsschaden verursacht haben, mehr zahlen als die, die unfallfrei fahren, dies könnte das ganze Thema Schadensfreiheitsrabatt in der Autoversicherung revolutionieren. Wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov zeigt, könnten sich 40 Prozent der Befragten eine Umstellung der Kfz-Versicherung Tarife auf PAYD vorstellen.

„Gerechtere Preise für Kfz-Versicherungen: „Pay-as-you-drive“ hat bei Deutschen Potenzial

In Deutschland haben „Pay-as-you-drive“-Modelle (PAYD, zu Deutsch: „Zahle wie du fährst“) unter den Kfz-Versicherungsnehmern durchaus Potenzial: 40 Prozent der befragten Kfz-Versicherungsnehmer können sich eine Umstellung ihrer Kfz-Versicherung auf ein „Pay-as-you-drive“-System vorstellen. Dies ist das Ergebnis der Studie „Akzeptanz von Pay-as-you-drive“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die 1.000 Kfz-Versicherungsnehmer und Autofahrer (ab 26 Jahren) sowie 150 Führerscheinbesitzer im Alter von 17-25 Jahren befragt wurden.

„Zahle wie du fährst“-Systeme werden hierzulande als besondere Innovation der Kfz-Versicherung viel diskutiert. Obwohl die Technologie bereits ausgereift ist, zögern die Produktentwickler in der Assekuranz noch, entsprechende Angebote für eine flexiblere und damit kundenorientierte Tarifierung anzubieten. In Spanien oder Großbritannien stellen entsprechende Angebote bereits eine Ergänzung zur herkömmlichen Kfz-Versicherung dar.

Überwachung und Datenmissbrauch lassen Verbraucher zurückschrecken

Dennoch gibt es in Deutschland in Bezug auf PAYD auch kritische Stimmen. Zwar sind laut Studienergebnissen die Einflussnahme auf die Höhe des Tarifs (36 Prozent) sowie die Belohnung defensiven Fahrens (31 Prozent) die meistgenannten Gründe für einen Vertragswechsel, PAYD bietet aus Verbrauchersicht aber auch Nachteile: Gründe für einen Verzicht stellen die Überwachung des eigenen Fahrverhaltens (47 Prozent) und die Angst vor Datenmissbrauch (28 Prozent) dar. „Tatsächlich dürfte „Pay-as-you-drive“ vor allem jungen, vorsichtigen Fahrern zu Gute kommen, die bislang für die hohen Schadensummen von weniger rücksichtsvollen Fahranfängern mitbezahlen müssen“, weiß Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov.

Am ehesten können sich die Befragten die klassischen Auto-Versicherungsgesellschaften (z. B. Allianz, AXA, HUK-Coburg) als Anbieter einer solchen Pay-as-you-drive-Versicherung vorstellen. Eine Abschlussbereitschaft von PAYD bei einem Automobilhersteller (z. B. VW, Mercedes, Opel, Ford) ist besonders bei den jungen Führerscheinbesitzern vorstellbar. Nur in bestimmten Kundengruppen sind Mobiltelefon-Hersteller (z. B. Apple, Samsung, Nokia) und Telekommunikationsanbieter (z. B. Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus, O2) auch mögliche Anbieter für PAYD-Kfz-Versicherungen. Immerhin sind ein Viertel der älteren (26 Prozent) und sogar 39 Prozent der jüngeren Autofahrer bereit, ihr Smartphone als „e-Box“ zur Erfassung des Fahrverhaltens zu nutzen. „Mobilfunk- und Smartphone-Anbieter könnten in Kooperation mit einem Versicherer eine intelligente Lösung für ihre Kunden entwickeln, denn das Gamification-Potenzial ist sehr groß“, sagt Dr. Gaedeke.

Insgesamt untersucht die Studie Vorteilsaspekte und Barrieren für „Pay-as-you-drive“-Angebote aus Konsumentensicht sowie die Erwartungen an ein entsprechendes Produkt hinsichtlich Dateneinsicht, Kriterien der Risikoberechnung oder Installation der notwendigen „e-Box“. Ausführliche Zielgruppenanalysen erlauben es, das Marktpotenzial und die optimale Ansprache für einzelne Kundensegmente zu ermitteln und die Chancen unterschiedlicher Anbieter z. B. auch Automobilhersteller und Telekommunikationsanbieter abzuschätzen.“

Quelle Pressemitteilung: YouGov

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