Aktuelle Postbank-Studie zum Thema Kredite

Während in den USA 70 Prozent der Wirtschaftsleistung auf Pump „gekauft“ wird, sieht die Lage in Deutschland auch 2012 noch ganz anders aus. Dies ergab eine von Emnid durchgeführte aktuelle Postbank-Studie zum Thema Kredite, bei der sich 51 Prozent der Befragten gegen die Aufnahme eines Kredits aussprachen. Stattdessen wird hierzulande nach wie vor viel gespart, wie sich auch immer wieder in den Zahlen zu Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch-Guthaben und Aktien zeigt.

Aktuelle Postbank-Studie zum Thema Kredite

„Wünsche erfüllen – auf Kredit?

Geld ausgeben, das man nicht hat? Die meisten Deutschen sparen lieber, um sich Wünsche zu erfüllen. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nimmt grundsätzlich keinen Kredit in Anspruch. Wird ein Darlehen aufgenommen, dann in erster Linie für die eigenen vier Wände, so eine aktuelle Postbank Studie.

Wer spart, der hat – und braucht kein Darlehen. Das sagen sich 51 Prozent der Deutschen. Für sie kommt ein Bankkredit nicht infrage. Die eher konservative Haltung der Bundesbürger gegenüber dem „Schuldenmachen“ spiegelt sich auch in der Sparquote wider: Sie liegt seit Jahren bei etwa zehn Prozent, das heißt, dass die Deutschen von 100 Euro verfügbarem Einkommen zehn Euro auf die hohe Kante legen. Zum Vergleich: Die US-Amerikaner sparen nur etwa halb so viel. So haben in der Vergangenheit nur 44 Prozent der Bundesbürger einen Kredit in Anspruch genommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank.

„Die Höhe der Darlehen ist sehr unterschiedlich“, erläutert Postbank Expertin Eva Geiser die Studienergebnisse, „25 Prozent der Deutschen schätzen die Gesamtsumme für alle von ihnen aufgenommenen Kredite auf 10.000 bis 50.000 Euro.“ Beträge zwischen 50.000 und 100.000 oder 100.000 und 150.000 Euro haben sich knapp 13 Prozent geliehen. Finanziert wurden damit mehrheitlich langlebige Werte: 29 Prozent der Befragten bezahlten ein Haus oder eine Wohnung. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen waren es sogar 50 Prozent.

Darf es etwas mehr sein?

Immerhin zehn Prozent der Deutschen haben sich schon einmal Luxus auf Pump gegönnt, wie eine Reise, ein schönes Auto, Schmuck oder moderne Elektrogeräte, in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sogar 20 Prozent. Unter den Befragten über 60 Jahren hingegen haben nur wenige Geld dafür aufgenommen: Lediglich vier Prozent dieser Altersgruppe bezahlten Luxusgüter mit einem Darlehen.


„Bemerkenswert ist, dass dennoch mehr Deutsche Kredite für Luxusgüter aufgenommen haben als für praktische Dinge. Nur acht Prozent der Befragten machten Schulden, um dringende Rechnungen wie eine Autoreparatur zu bezahlen oder ein defektes Haushaltsgerät zu ersetzen“, kommentiert Eva Geiser. „Offensichtlich haben die meisten Deutschen Rücklagen für solche Notfälle gebildet.“

Weitere Verwendungszwecke für Kredite sind: einen finanziellen Engpass überbrücken (fünf Prozent) oder einen Dispokredit auslösen (drei Prozent).“

Quelle Pressemitteilung: Postbank